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Bauen mit dem Bauträger: So funktioniert?s

Das Bauen mit dem Bauträger wird vor allem bei Reihen- und Doppelhäusern gerne angeboten. Im Gegensatz zum individuellen Bauen mit dem Architekten oder dem Kauf eines Fertighauses erwirbt der Käufer dabei Grundstück und Gebäude aus einer Hand. Für Bauherren bringt diese Vorgehensweise einige Vor- und Nachteile mit sich.

Während beim Bauen in Eigenregie der Bauherr das Grundstück erwirbt und dann den Architekten und die Bauhandwerker mit der Errichtung des Hauses beauftragt, wird mit dem Bauträger nur ein einziger Vertrag geschlossen. Dieser wird vom Notar beurkundet und enthält sowohl die Vereinbarungen zum Grundstücksverkauf als auch den eigentlichen Bauvertrag. Zunächst einmal hat dies den Vorteil, dass der Käufer in allen Fragen mit dem Bauträger nur einen einzigen Ansprechpartner hat.

Allerdings bringt diese herausgehobene Position des Bauträgers unter Umständen auch Nachteile mit sich – nämlich dann, wenn jener sich nicht wie vom Käufer erwartet für die Belange seiner Kunden einsetzt. Daher sollten sich Haus- und Wohnungskäufer zuvor über den Ruf des Bauträgers erkundigen und Kontakte zu Eigenheimbesitzern knüpfen, die ihr Haus beim jeweiligen Bauträger erworben haben.

Maßgebend für die Bauausführung ist die Baubeschreibung, die fester Bestandteil des Vertrags ist. Hier sollte möglichst exakt festgeschrieben sein, welche Leistungen erbracht werden und welche Ausstattung mit enthalten ist. Auch der Begriff der Fertigstellung sollte vertraglich klar definiert sind, denn „schlüsselfertig“ muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass zu diesem Zeitpunkt alle Arbeiten abgeschlossen sind. Käufer sollten darauf bestehen, dass der Bauträger eindeutige Angaben dazu macht, unter welchen Voraussetzungen das Eigenheim als bezugsfertig einzustufen ist.

Ratenhöhe ist bei Teilzahlungen gesetzlich vorgeschrieben

Bei den Zahlungsmodalitäten gibt es gesetzliche Vorgaben, an die sich der Bauträger halten muss. In der Makler- und Bauträgerverordnung sind die Obergrenzen für die Teilzahlungen festgelegt, die der Bauträger Zug um Zug nach Baufortschritt dem Käufer in Rechnung stellen darf. Von dieser Regelung darf der Bauträger zu Lasten des Käufers nur abweichen, wenn er ihm für die im Voraus bezahlten Leistungen eine Bankbürgschaft zur Verfügung stellt.

Um sich für der Fall einer Insolvenz des Bauträgers gegen Kostensteigerungen bei der Fertigstellung abzusichern, sollten Käufer auf jeden Fall eine Fertigstellungsbürgschaft verlangen, die von der Hausbank des Bauträgers ausgestellt ist. Auch nach der Fertigstellung bleibt der Bauträger in finanziellen Verpflichtungen, weil er bei Mängeln für die Gewährleistung gerade stehen muss. Um hier im Falle einer späteren Bauträgerpleite auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich zusätzlich noch die Vorlage einer Gewährleistungsbürgschaft.

Tipp: Aufgrund der Teilzahlungen in einzelnen Raten wird auch das Hypothekendarlehen mit mehreren Teilzahlungen ausgezahlt. Weil sich diese über einen längeren Zeitraum hinziehen, werden häufig für einen Teil des Darlehens Bereitstellungszinsen fällig. Gemeinsam mit einem Finanzierungssezialisten von Interhyp können Bauherren beim Vergleich der einzelnen Hypothekendarlehen die unterschiedlichen Modalitäten der Banken zum Bereitstellungszins mit berücksichtigen.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 07.12.2011