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Baufinanzierung: Die Mehrzahl der Bauherren verliert Zeit und Geld

Bei der Planung einer Baufinanzierung wichtig zu wissen: Beim Bau eines Eigenheims werden laut einer aktuellen Studie in der Mehrzahl der Fälle Zeit- und Finanzpläne nicht eingehalten. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben.

Bei ihrer Baufinanzierung verlieren laut aktuellen Studien viele Bauherren Zeit und auch Geld.

Bei ihrer Baufinanzierung verlieren laut aktuellen Studien viele Bauherren Zeit und auch Geld.

(München, 11.10.2017) Wer ein Haus baut, sollte bei der Ausrichtung der Baufinanzierung bedenken: In vielen Fällen werden das finanzielle Budget und der Zeitplan beim Bau nicht eingehalten. Das ergab eine aktuelle Studie des Bauherren-Beratungsdienstleisters Almondia. Befragt wurden dabei mehr als 1.000 Bauherren, die in den vergangenen Jahren ein eigenes Haus gebaut hatten oder sich gerade in der Planungs- und Bauphase befinden.

Deshalb sollte bei der Baufinanzierung schon eine gewisse Verzögerung eingeplant werden. Es ist zum Beispiel sinnvoll, Angebote zu wählen, die für eine Verzögerungszeit keine sogenannten Bereitstellungzinsen berechnen, empfehlen Baufinanzierungsvermittler wie Interhyp.

Bei rund drei von vier Bauvorhaben sind laut der Almondia-Studie die Kosten am Ende höher als ursprünglich geplant. Auch dies kann bei einer Baufinanzierung berücksichtigt werden – etwa indem ein gewisser Puffer eingeplant wird.

Darüber hinaus wurde in der Studie mehr als die Hälfte der untersuchten Neubauten später als geplant fertiggestellt. Dies führe häufig nicht nur zu finanziellen, sondern auch zu nervlichen Belastungen bei den Befragten, berichten die Autoren der Studie. So berichtet gut ein Drittel der Bauherren über Stress in der Familie aufgrund der Überschreitungen des Budgets und Zeitplans.

Als wichtige Ursache dafür, dass Pläne nicht eingehalten werden, nennt die Studie den oft engen Zeitplan bei den Bauarbeiten. "Da die Arbeiten aufeinander aufbauen, können selbst kleine Verzögerungen zu einem Dominoeffekt führen", erklärt Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die Studie wissenschaftlich begleitet hat. Auch witterungsbedingte Probleme wie beispielsweise eine lange Frostphase im Winter können die Arbeiten verzögern - oder auch verteuern, wenn der Rohbau für die Weiterführung der Fertigstellung provisorisch beheizt werden muss.

Bei einem Bau oder Kauf und der Baufinanzierung sollten Bauherren daher immer mögliche Zeit- und Kostenüberschreitungen einplanen. Einen weiteren Grund für Finanz- und Zeitprobleme hat der Verband privater Bauherren (VPB) ausgemacht: Viele Bauherren schließen Verträge mit Anbietern von schlüsselfertigen Häusern, ohne zu wissen, ob das Haus mit Blick auf Grundfläche, Dachneigung und Gauben in dieser Form auf dem Grundstück gebaut werden darf. In solchen Fällen seien oft nachträgliche Planungsänderungen erforderlich, die zu Zeitverzögerungen und Zusatzkosten führten. Eine Möglichkeit, böse Überraschungen zu vermeiden, sei die Trennung von Planung und Bauleistung, empfiehlt der Verband. Bei dieser Konstellation schließen Bauherren mit dem Hausanbieter zunächst einen Planungsvertrag ab und fixieren die vertraglichen Bauleistungen erst dann, wenn die Planung von der Baubehörde genehmigt ist.


Redaktion: Thomas Hammer