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Baufinanzierung: Eigenkapital ist für die solide Finanzierung unerlässlich

Keine Baufinanzierung ohne Eigenkapital – diese eiserne Grundregel galt schon vor Jahrzehnten, und sie hat auch heute nichts an ihrer Bedeutung eingebüßt. Welche Auswirkungen bei der Baufinanzierung das Eigenkapital hat, zeigt sich vor allem beim Risiko: Je mehr Eigenmittel vorhanden sind, umso geringer ist das Risiko, in Zeiten finanzieller Engpässe die gesamte Finanzierung zu gefährden und möglicherweise in die Zwangsversteigerung zu schlittern.

Als Mindestmaß gilt bei der Baufinanzierung: Eigenkapitalfinanziert sollten auf jeden Fall die Nebenkosten wie Notargebühren, Maklercourtage und Grunderwerbsteuer sein sowie die Aufwendungen, die für die Ausstattung des Eigenheims – dazu zählen in erster Linie Einbauküche, Möbel und weitere Einrichtungsgegenstände – erforderlich sind.

Bei der Baufinanzierung Eigenkapital richtig einbauen

Auf welche Weise bei der Baufinanzierung Eigenkapital eingebracht wird, hängt vom Anlageverhalten des Bauherren ab. Ideal ist es, wenn das für die Baufinanzierung vorgesehene Eigenkapital möglichst sicher angelegt und ohne Hindernisse zugänglich ist. Dies ist beispielsweise bei einem Tagesgeldkonto der Fall, das zwar niedrige Zinsen bringt, aber dafür weder Verlustrisiken birgt noch mit Kündigungsfristen ausgestattet ist. Auch kurzlaufende Festgeldkonten können ohne große Verzögerung beim Abschluss der Baufinanzierung in Eigenkapital umgewandelt werden.

Bei Bausparguthaben stellt sich die Frage, ob das angesparte Geld direkt in die Baufinanzierung als Eigenkapital wandert oder ob bei einem zuteilungsreifen Vertrag ein Teil der Gesamtfinanzierung in Form eines Bausparkredites erfolgen soll. Die einfachste Vorgehensweise, um die Antwort zu finden: Bauherren sollten sich beide Alternativen mit derselben monatlichen Gesamtrate durchrechnen lassen und prüfen, wo bei gleicher Zinsbindungsfrist die Restschuld am schnellsten gesunken ist.

Mit Vorsicht zu genießen sind Fondsguthaben, die zwar für die Baufinanzierung Eigenkapital darstellen können, aber mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden sind. Vor allem Aktienfonds sind mit hohen Wertschwankungen verbunden, die in schlechten Börsenphasen den Wert empfindlich dezimieren können. Generell gilt dabei: Je höher der Aktienanteil und je mehr Wertpapiere in fremden Währungen im Fonds vorhanden sind, umso stärker kann der Wert der Fondsanteile schwanken. Vor diesem Hintergrund ist es ratsam, Fondsguthaben frühzeitig in sichere Anlageformen umzuschichten, wenn sie in der Baufinanzierung Eigenkapitalanteile stellen sollen.

Eigenleistung in der Baufinanzierung: Eigenkapital sieht anders aus.

Ebenfalls mit Einschränkungen zu betrachten, ist der Einbau von Eigenleistungen in die Baufinanzierung – Eigenkapital in finanzieller Hinsicht wird daraus nämlich nur bedingt. So sollten Bauherren bedenken, dass sowohl die eigene Arbeitskraft wie auch diejenige der Helfer aus dem Verwandten- und Freundeskreis nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. So mancher musste dabei schon die ernüchternde Erfahrung machen, dass nach Feierabend und am Wochenende doch nicht so viel gestemmt werden konnte, wie man ursprünglich eingeplant hatte.

Dazu kommt: Wer beim Bauvertrag bestimmte Leistungen herausnimmt, muss dann auch das verwendete Material selbst kaufen, womit ein Teil der Einsparungen wieder zunichte gemacht wird.

Fazit:

Wichtig ist bei der Baufinanzierung, Eigenkapitalplanungen sorgfältig durchzuführen und nicht zuletzt auch nach dem Kreditabschluss eine ausreichende Reserve für ungeplante Anschaffungen verfügbar zu halten. Ansonsten müssten größere Reparaturen über teure Dispo- oder Ratenkredite finanziert werden. Wie sich die Überlegungen bei Baufinanzierung und Eigenkapital für Eigennutzer und Kapitalanleger unterscheiden, wird auf dieser Seite beschrieben.

Interhyp AG, 22.02.2011