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Baufinanzierung: Experten erwarten weiter Niedrigzinsen

Eine Baufinanzierung ist derzeit extrem günstig: Die Zinsen sind auf ein neues Allzeittief gefallen. Eine aktuelle Umfrage unter Zinsexperten zeigt: Mehrheitlich werden kurzfristig weiter günstige Zinsen erwartet, moderate Steigerungen sind langfristig aber möglich.

Baufinanzierung: Zinsen liegen wieder auf einem Allzeittief.

Baufinanzierung: Zinsen liegen wieder auf einem Allzeittief.

(München, 07.07.2016) Brexit-Votum, EZB-Politik, neue Unsicherheiten: Was bedeutet das für die Baufinanzierung? Eine aktuelle Umfrage für das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer zeigt: Die Zeichen stehen weiter auf niedrige Zinsen. Sieben der zehn befragten Zinsexperten von deutschen Kreditinstituten gehen davon aus, dass die Zinsen für Baufinanzierungen kurzfristig niedrig bleiben werden. Aktuell haben die Baugeldzinsen den niedrigsten Stand seit Gründung der Bundesrepublik erreicht. Die Konditionen für zehnjährige Darlehen liegen laut Interhyp derzeit zum Teil unter 1,3 Prozent. Die Hauptgründe für diese Entwicklung sehen die Experten in der seit Jahren anhaltenden expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Flucht der Investoren in langfristige deutsche Staatsanleihen wie die zehnjährige Bundesanleihe. Diese ist ein wichtiger Indikator für Baufinanzierungszinsen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist gerade auf ein Rekordtief im Minusbereich gefallen.

Die Experten erwarten mehrheitlich, dass Unsicherheiten an den Märkten kurzfristig weiter für günstige Zinsen sorgen. So sagt der Chefvolkswirt der ING-DiBa: "Auch wenn das ganz große Chaos ausblieb, so wird das Brexit-Votum auch in den kommenden Wochen das Geschehen an den Märkten großenteils bestimmen. Die politische Unsicherheit bleibt hoch und niemand weiß wirklich, wie es weitergeht. Damit ist auch eine Leitzinserhöhung in den USA erst einmal wieder vom Tisch."

Mit der Zinsentwicklung bei Immobilienkrediten hat sich kürzlich auch Deutsche Bank Research im aktuellen "Marktausblick Baufinanzierung" beschäftigt. Demnach sei "aufgrund der lockeren Geldpolitik der EZB mit leicht fallenden Zinsen zu rechnen". Nach der Analyse von Deutsche Bank Research dürften in den kommenden Monaten die Hauspreise weiter ansteigen, die Bauzinsen eher nachgeben und die Wohnungsfinanzierung daher erschwinglich bleiben.

Für das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer wurden zehn Experten von Kreditinstituten zusätzlich um eine eher langfristige Einschätzung gebeten. Hier ist das Bild nicht ganz einheitlich. Aber immerhin mehr als die Hälfte (sechs von zehn befragten Experten) hält in etwa sechs bis zwölf Monaten wieder moderate Steigerungen bei Baufinanzierungszinsen für möglich. Impulse dafür erwarten einige zum Beispiel von - nun wahrscheinlich erst später erfolgenden - Leitzinserhöhungen in den USA.


Redaktion: Britta Barlage