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Baufinanzierung: Günstige Immobilienkredite durch Niedrigzinspolitik

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Die Zinsen für Immobilienkredite waren schon zuvor auf niedrigen Stand gesunken. Experten prognostizieren zunächst weiter günstige Zinsen, halten dennoch langfristig moderat steigende Zinsen für möglich.

EZB

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt: Leitzinsen jetzt auf null Prozent

(München, 15.03.2016) Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in der vergangenen Woche auf null Prozent gesenkt hat, fragen sich viele Immobilieninteressenten, welche Auswirkungen dies auf die Zinsen für Immobilienkredite hat. Die Baugeldzinsen sind schon vorab auf ein niedriges Niveau nahe des historischen Tiefstands gesunken, wie aktuelle Zinsvergleiche, etwa von der Vergleichsplattform FMH, zeigen. Seit der Entscheidung der EZB haben sich die Zinsen seitwärts entwickelt.

Die Europäische Zentralbank hatte am vergangenen Donnerstag entschieden, den Leitzins auf 0,0 Prozent sowie den Einlagesatz auf minus 0,4 Prozent zu senken. Außerdem wird das Anleihenkaufprogramm ab April 2016 von monatlich 60 auf 80 Milliarden Euro aufgestockt.

Zinsexperten von Deutsche Bank Research sehen in ihrem aktuellen Marktausblick Baufinanzierung für das Gesamtjahr weiter Potenzial für leicht steigende Renditen bei Bundesanleihen. Der Marktausblick wurde kurz nach der Zins-Entscheidung veröffentlicht. Laut diesem Bericht dürfte Baugeld "aufgrund der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der EZB auch im Frühjahr günstig bleiben".

Baufinanzierungsexperten zufolge besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Leitzinsen der EZB und den Hypothekenzinsen. Der Marktzins für Baufinanzierungen hängt von Angebot und Nachfrage an den Kapitalmärkten ab. Er orientiert sich an den Renditen für langfristige Anleihen und Pfandbriefe. Wenn die Nachfrage nach diesen Anlagen hoch ist, sinken deren Renditen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt aktuell bei 0,28 Prozent. Schon im Vorfeld der Entscheidung war die Rendite gefallen, seitdem hat sie sich eher seitwärts bewegt.

Völlig unbeeinflusst von der Geldpolitik sind Hypothekenzinsen jedoch nicht: Da geldpolitische Entscheidungen der Notenbanken das Verhalten internationaler Großanleger beeinflussen, können sie indirekt auch Einfluss auf die Renditen von Anleihen und somit auch auf die Baugeldzinsen nehmen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Leitzinsentwicklungen zum Teil von ähnlichen Entwicklungen beim Baugeld begleitet waren. Allerdings hat es in der Vergangenheit auch schon gegenläufige Entwicklungen gegeben, etwa weil erwartete geldpolitische Entscheidungen in den USA dazu führten, dass die Nachfrage nach deutschen Anleihen gesunken war.

Im Dezember 2015 hat die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen erstmals erhöht und weitere Erhöhungen angekündigt. Einige Zinsexperten von deutschen Kreditinstituten erwarten, dass vor diesem Hintergrund auch in Deutschland im Jahresverlauf moderat steigende Renditen für Anleihen und für Zinsen für Immobilienkredite möglich sein können. Auch eine stabilere Konjunktur könnte zu steigenden Zinsen führen.


Redaktion: Britta Barlage