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Baufinanzierung: Hoch tilgen heißt sparen

Bei der Baufinanzierung können die Deutschen aktuell durch die niedrigen Finanzierungszinsen sparen. Die Ersparnis stecken sie vielfach in eine hohe Tilgung, zeigt eine aktuelle Studie.

Baufinanzierung: An Sparpotenziale denken.

Baufinanzierung: Aufgrund steigender Kaufpreise sollten Immobilieninteressenten derzeit an Sparpotenziale denken.

(München, 02.11.2016) Bei der Baufinanzierung wählen Bauherren und Käufer eine höhere Anfangstilgung als noch vor einigen Jahren. Einer Auswertung des Baugeldvermittlers Interhyp zufolge ist die Tilgung von durchschnittlich 2,29 Prozent im Jahr 2010 auf 2,84 Prozent im ersten Halbjahr 2016 gestiegen. Der Anstieg ist laut Interhyp auf die hohe Sicherheitsorientierung sowie Solidität der Immobilienkäufer zurückzuführen: "Das Geld, das die Kreditnehmer durch das gegenwärtige Zinstief sparen, investieren sie direkt in eine höhere Tilgung. So minimieren sie einerseits die Kreditkosten und andererseits die Darlehenslaufzeit", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen.

Bei der Auswertung wurde die durchschnittliche Anfangstilgung für acht ausgewählte Städte in Deutschland verglichen. Hier fielen die vergleichsweise niedrigen Rückführungsraten in München (2,51 Prozent) und Hamburg (2,66 Prozent) im Gegensatz zu den Spitzenreitern Dresden (3,24 Prozent) und Stuttgart (3,09 Prozent) auf. Die niedrigeren Rückführungsraten bei einer Baufinanzierung in München oder Hamburg dürften laut dem Baufinanzierungsvermittler den dort stark gestiegenen Immobilienpreisen geschuldet sein. Der durchschnittliche Kaufpreis legte in München von 2010 bis zum ersten Halbjahr 2016 um ganze 252.284 Euro zu (von 373.778 auf 626.062 Euro). In Hamburg von 300.976 auf 434.751 Euro. In Berlin und Dresden kletterten die Preise hingegen von 275.451 Euro (2010) auf 321.394 Euro (2016) beziehungsweise von 240.459 Euro (2010) auf 281.773 Euro (2016).

Auch die Bayerische Landesbank berichtete kürzlich im Rahmen ihres Marktberichtes über den Immobilienmarkt in Deutschland und thematisierte den Preisanstieg von Wohnraum: "Die Renditen sind entsprechend weiter gesunken und analog der Zinserwartung gehen wir auch im kommenden Jahr von steigenden Kaufpreisfaktoren bei weiterhin geringem Angebot aus." Den Preisanstieg von Wohnimmobilien begründet die Bayerische Landesbank vor allem mit der hohen Wohnungsnachfrage. Aufgrund der Zinseinschätzung und der Konjunkturprognose sowie den weiterhin steigenden Haushaltszahlen in den Ballungsgebieten erwarten die Experten für die nächsten zwei Jahre stabile Verhältnisse für das Segment Wohnen, "wobei wir davon ausgehen, dass internationale Unsicherheiten Investoren noch verstärkt in den 'sicheren Hafen' Wohnimmobilien Deutschland führen könnten."


Redaktion: Sharon Schießler