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Baufinanzierung: Höhere Tilgung bringt schnellere Schuldenfreiheit

Durch niedrige Zinsen für die private Baufinanzierung bleibt das Eigenheim trotz hoher Immobilienpreise in vielen Regionen Deutschlands erschwinglich, sagt eine aktuelle Postbank-Studie. Experten empfehlen, mit einer möglichst hohen Tilgung den Schuldenabbau zu beschleunigen.

Wer Ersparnisse zur Tilgung nutzt, ist schneller schuldenfrei.

Wer Ersparnisse zur Tilgung nutzt, ist schneller schuldenfrei.

(München, 19.07.2018) Niedrige Zinsen für eine Baufinanzierung machen die Finanzierung eines Hauskaufs trotz hoher Kaufpreise vielerorts möglich. So lautet im Kern das Ergebnis der aktuellen Wohnatlas-Studie der Postbank. In gut 400 Landkreisen und kreisfreien Städten haben die Analysten untersucht, wie hoch die Zins- und Tilgungsraten für eine 70-Quadratmeter-Eigentumswohnung ausfallen. Vorausgesetzt wurde bei der Modellrechnung, dass der Erwerber 20 Prozent plus Kaufnebenkosten als Eigenkapital einbringt und die Zinsen bei einem Marktzins von 2,45 Prozent über die gesamte Finanzierungsdauer festschreibt.

In knapp der Hälfte aller untersuchten Regionen ist es möglich, unter diesen Voraussetzungen bei einer anfänglichen Tilgung von 4,0 Prozent mit einer Laufzeit von rund 20 Jahren eine eigene Wohnung mit einer Monatsrate von weniger als 500 Euro zu finanzieren. In München, Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Berlin liegt die Monatsrate hingegen selbst bei einer Tilgung von 2 Prozent noch bei mehr als 750 Euro, wobei München mit einer Finanzierungsrate von 1.410 Euro mit großem Abstand am teuersten ist.

Wer bereit ist, bei der Baufinanzierung mehr Geld in die Tilgung zu investieren, kann den Abbau der Kreditverbindlichkeiten beschleunigen. So führt beispielsweise in Nürnberg eine Verdoppelung der anfänglichen Tilgung von 2,0 auf 4,0 Prozent zu einem Anstieg der Monatsrate von 561 auf 814 Euro. Doch dafür ist der Kreditnehmer nicht erst nach 32 Jahren und zehn Monaten, sondern bereits nach knapp 20 Jahren schuldenfrei.

Dass Immobilienkäufer das Einsparpotenzial der höheren Tilgung erkannt haben, zeigen die Zahlen der großen Interhyp-Studie zur Baufinanzierung in Deutschland, die auf der Analyse von mehr als einer Viertelmillion Darlehensabschlüssen basiert. So ist von 2011 bis 2017 die durchschnittliche Anfangstilgung bei Neufinanzierungen von 2,23 Prozent auf 2,95 Prozent gestiegen.

Weiteres Potenzial für Tilgungserhöhungen sieht die LBS Immobilien NordWest im Baukindergeld, das für Familien neuen finanziellen Spielraum schafft. So könne eine fünfköpfige Familie im Lauf von zehn Jahren bis zu 36.000 Euro Baukindergeld erhalten, berichten die LBS-Experten und empfehlen: "Mit dem Geld können die monatlichen Tilgungsraten spürbar reduziert oder auch Sondertilgungen vorgenommen werden."


Redaktion: Thomas Hammer

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