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Baufinanzierung: Kredite nach EZB-Entscheid weiter günstig

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung am 2. Juni den Leitzins unverändert bei null Prozent belassen. Zinsen für Baufinanzierungen dürften vorerst niedrig bleiben, wie eine Umfrage unter Bankexperten zeigt. Langfristig sind aber Steigerungen möglich.

Baufinanzierung bleibt vorerst günstig

(München, 02.06.2016) Der Leitzins im Euroraum verbleibt bei null Prozent. Die Europäische Zentralbank verfolgt ihre lockere Geldpolitik weiter und startet sein Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors. Aber was bedeutet das fürs Baugeld? Die Zinsen für zehnjährige Hypothekenkredite sind schon seit längerem sehr niedrig und liegen derzeit oft bei unter 1,5 Prozent.

Laut einer Umfrage für das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer unter zehn Kreditinstituten können Immobilienkäufer und Bauherren vorerst weiter von günstigen Zinsen für Immobilienfinanzierungen profitieren. Neun von zehn Bankexperten erwarten kurzfristig gleichbleibend günstige Konditionen. "Zwar haben sich jüngst die Inflations- und Wachstumsaussichten im Euroraum leicht verbessert, spürbare Impulse auf den Zinsmarkt werden daraus hingegen nicht erwartet. Für Hausbau oder Renovierungen besteht kurz- bis mittelfristig ein weiter freundliches Umfeld", erklärt die PSD Bank RheinNeckarSaar. Zum Teil werden auch Schwankungen für möglich gehalten, etwa vom Chefvolkswirt der ING-DiBa: "In den kommenden Wochen und Monaten wird es zwei Kräfte geben, die die Kapitalmarktzinsen beeinflussen. Einerseits können höhere Ölpreise und eine mögliche Zinserhöhung in den USA die Zinsen nach oben drücken. Andererseits sorgt das Anleiheprogramm der EZB für Druck nach unten. Diese beiden Faktoren werden nicht immer gleichzeitig und gleichmäßig in Erscheinung treten, wodurch größere Schwankungen - auf niedrigen Niveaus - in den kommenden Monaten wahrscheinlich sind."

Bei der mittel- bis längerfristigen Prognose spielen für die Experten die Entwicklungen in Großbritannien und den USA eine wichtige Rolle. Bei der Commerzbank etwa heißt es: "So dürfte die US-Notenbank Fed auf ihrer kommenden Sitzung im Juni die nächste Zinserhöhung vorbereiten, während die Bevölkerung in Großbritannien einige Tage später über den Verbleib in der EU abstimmt und in Spanien eine neue Regierung gewählt wird." Insgesamt sieht die Hälfte der befragten Experten gleichbleibende Zinsen auch langfristig für wahrscheinlich, die andere Hälfte geht in den nächsten sechs bis zwölf Monaten von steigenden Zinsen aus.


Redaktion: Britta Barlage