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Baufinanzierung: Langfristig Aufwärtstrend bei Baugeld wahrscheinlich

Wer bauen oder kaufen will, braucht meist eine Baufinanzierung. Wie sich die Kosten dafür entwickeln werden, hat die Interhyp zehn Experten von verschiedenen Kreditinstituten gefragt.

Die Experten rechnen langfristig mit einem Aufwärtstrend beim Baugeld

Die Experten rechnen langfristig mit einem Aufwärtstrend beim Baugeld

(München, 06.04.2017) Die Zinsen für Baufinanzierungen sind noch immer niedrig – doch wie lange bleibt das so? In einer Umfrage für das aktuelle Bauzins-Trendbarometer hat die Interhyp zehn Experten um ihre Einschätzung gebeten. Das Ergebnis: Jeder von ihnen rechnet kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung. Für Kreditnehmer sind das gute Nachrichten, denn so dürften sich die günstigen Finanzierungsbedingungen fortsetzen. Zwar sind die Inflationsdaten in Europa stabiler als zuvor und die amerikanische Notenbank Fed hat Mitte März den Leitzins erhöht von 0,75 auf 1 Prozent. Doch die politische Situation wirkt sich nach Ansicht einiger Experten ebenfalls auf die Zinsentwicklung aus. Ein Beispiel hierfür sind anstehende Wahlen wie die in Frankreich sowie noch immer die Politik des neuen US-Präsidenten. Der Chefvolkswirt der ING-DiBa sagt dazu: "Die Trump-Blase verliert Luft. Nach der gescheiterten Gesundheitsreform hat das Image von Trump als Macher deutliche Kratzer bekommen. Die Märkte bekommen erste Zweifel, ob ihre eigene Euphorie nicht vielleicht doch etwas zu voreilig war. Daran sollte sich in den kommenden Wochen wenig ändern. In Europa werden sich die Kapitalmärkte in den kommenden Wochen mehr und mehr auf die französischen Wahlen richten, was zu einigen Schwankungen führen könnte."

Mittel- bis langfristig erwartet ein Großteil der befragten Experten jedoch steigende Zinsen. Die politischen Unsicherheiten sollten die Zinsentwicklung nicht mehr so stark beeinflussen wie bisher, sagt der Marktbeobachter der Postbank. Hinzu kommt laut seiner Einschätzung, "dass die Europäische Zentralbank (EZB) spätestens im September ein Tapering ihres Anleiheankaufprogramms beschließen dürfte, mit dessen Umsetzung voraussichtlich Anfang 2018 begonnen wird. Damit wären dann die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Anstieg der Kapitalmarktzinsen geschaffen."

Bei der aktuellen Zinsentwicklung ist ein Aufwärtsimpuls erkennbar. Doch noch ist es zu früh, deshalb von einer Trendwende zu sprechen. Insbesondere vor dem Hintergrund politischer Unwägbarkeiten. Das gilt sowohl für die Konjunktur als auch für die Zinsen, die zumindest von der EZB zunächst weiter gedeckelt werden dürften. Ob die EZB der amerikanischen Notenbank teilweise folgen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.


Redaktion: Julia Meyer