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Baufinanzierung: Nachfrage befeuert Pfandbriefmarkt

Trotz anhaltender Niedrigzinsen konnten Banken zuletzt wieder vermehrt Pfandbriefe an der Börse platzieren. Mitverantwortlich dafür ist die hohe Nachfrage nach Baufinanzierungen.

Baufinanzierungen sind stark nachgefragt

(München, 03.05.2016) Obwohl aufgrund der anhaltend niedrigen Marktzinsen die Anlage in festverzinslichen Wertpapieren derzeit kaum Rendite bringt, kann die Bankenbranche eine deutliche Erholung bei der Emission von Pfandbriefen verzeichnen. Ein Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach der privaten Baufinanzierung im vergangenen Jahr.

Bei Pfandbriefen handelt es sich häufig um Hypothekenpfandbriefe. Das sind festverzinsliche Wertpapiere, die dem Gläubiger eine zusätzliche Sicherheit bieten, weil sie der Refinanzierung von Immobiliendarlehen dienen und mit den Grundschulden der finanzierten Immobilien gedeckt sind. Weitere Varianten des Wertpapiers sind öffentliche Pfandbriefe, die mit Krediten an öffentliche Körperschaften gedeckt sind, sowie Pfandbriefe aus der Schiffs- und Flugzeugfinanzierung.

Nachdem der Absatz von Pfandbriefen in den Vorjahren rückläufig war, konnten die Banken im Jahr 2015 erstmals wieder ein gestiegenes Neuemissionsvolumen am Markt unterbringen. Das berichtet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Als Wachstumstreiber erwiesen sich die mit Immobiliengrundschulden besicherten Hypothekenpfandbriefe, die erstmals mehr als die Hälfte des gesamten Umlaufvolumens ausmachten und die rückläufige beziehungsweise zuletzt moderate Entwicklung bei den öffentlichen Pfandbriefen kompensieren konnten. Schiffs- und Flugzeugpfandbriefe machen weiterhin nur einen geringen Anteil am Gesamtvolumen aus.

Ursache für den Zuwachs ist nach Angaben des Verbands neben dem Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank die große Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen. Viele Immobilienkäufer und Bauherren haben im vergangenen Jahr das Niedrigzinsniveau genutzt, um mit einer Baufinanzierung den Bau oder Kauf einer Immobilie zu verwirklichen.

Vor allem bei der Finanzierung von Eigentumswohnungen und Wohnhäusern sei ein starkes Wachstum zu verzeichnen, berichtet der vdp. So meldeten die Mitgliedsinstitute bei der Wohnimmobilienfinanzierung einen Anstieg der Neuzusagen um 22,2 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro. "Die fundamentalen Faktoren wie das Niedrigzinsumfeld, die positive konjunkturelle Lage in Deutschland sowie die hohe Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen werden voraussichtlich auch im laufenden Jahr intakt bleiben", so der Ausblick von vdp-Präsident Jan Bettink.

Kürzlich war es der zum Sparkassenverbund zählenden Pfandbriefbank Berlin Hyp erstmals gelungen, einen Pfandbrief mit negativer Rendite am Kapitalmarkt zu platzieren. Festzinsen werden für das neue Wertpapier mit drei Jahren Laufzeit nicht gezahlt, und weil der Ausgabepreis leicht über dem Nennwert lag, ergibt sich für die Investoren eine Rendite von minus 0,162 Prozent. "Seit Monaten beobachten wir, dass immer mehr Laufzeiten negative Renditen ausweisen. Vor dem Hintergrund dieses Trends war die Emission nur eine Frage der Zeit", so der Kommentar von Gero Bergmann, Mitglied des Vorstands von Berlin Hyp.


Redaktion: Britta Barlage