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Baufinanzierung: Die passende Sollzinsbindung finden

Bei einer Baufinanzierung sollte die Sollzinsbindung von Beginn an berücksichtigt werden. Denn die Dauer der Zinsbindung entscheidet mit darüber, ob die Baufinanzierung eher günstig oder teuer, eher sicher oder mit Risiken behaftet ist. Doch so viel gleich vorweg: Patentrezepte gibt es nicht. Welche Lösung am Ende die sinnvollste ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Welche Zinsbindung Bauherren und Immobilienkäufer bei ihrer Baufinanzierung wählen sollten, hängt zumindest teilweise vom Stand der aktuellen Marktzinsen ab. Je niedriger die Zinsen im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt, umso höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass mittelfristig die Zinsen steigen. Das spricht für eine Baufinanzierung mit längerer Zinsbindungsfrist. Anders liegt der Fall, wenn die Zinsen bereits sehr hoch sind und am Markt eher mit einem Rückgang gerechnet wird: Dann können Bauherren mit kürzerer Festschreibung der Zinsen darauf hoffen, dass sie nach dem Auslaufen der Sollzinsbindung ihre Baufinanzierung zu günstigeren Konditionen weiterführen können.

Zinsbindung splitten lohnt oft bei größeren Baufinanzierungen

Eine wichtige Rolle bei der Baufinanzierung spielt auch die anfängliche Tilgung. Die Sollzinsbindung kann umso kürzer sein, je höher von Beginn an der Tilgungsanteil innerhalb der Monatsrate ist. So sollte beispielsweise ein Bauherr, der eine anfängliche Tilgung von zwei Prozent pro Jahr einplant, eher eine längere Zinsfestschreibung wählen als ein Kreditnehmer, der mit vier Prozent jährlich zu tilgen beginnt. Grund für diese Überlegung ist die Höhe der Restschuld nach dem Auslaufen der Bindungsfrist: Wenn zu diesem Zeitpunkt bereits ein guter Teil der Schulden zurückgezahlt ist, wirkt sich eine mögliche Zinserhöhung nur auf einen Teil der ursprünglichen Kreditsumme aus.

Eine interessante Option bei größeren Baufinanzierungen ist die Splittung der Zinsbindung: So können Bauherren zum Beispiel rund zwei Drittel des Darlehens langfristig und ein Drittel kurzfristig festschreiben. Auf diese Weise können sie die Kosten senken, weil kurzfristige Festschreibungen meist zinsgünstiger sind. Außerdem hält sich so das Risiko bei einem Zinsanstieg in Grenzen.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 05.05.2011