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Baugenehmigung: Stabiles Wachstum für 2017

Nach dem Boomjahr 2016 ist die Zahl der Baugenehmigungen im Januar und Februar dieses Jahres zurückgegangen – berichtet das Statistische Bundesamt. Im Laufe des Jahres 2017 erwartet die Baubranche ein solides Wachstum.

Auch das Jahr 2017 scheint für Baugenehmigungen stabil zu werden.

Auch das Jahr 2017 scheint für Baugenehmigungen stabil zu werden.

(München, 10.05.2017) Für das Jahr 2016 verzeichnete das Statistische Bundesamt (Destatis) Baugenehmigungen von 375.400 Wohnungen – im Vergleich zu 2015 ein Plus von 66.700 Wohnungen oder 21,6 Prozent. "Eine höhere Zahl an genehmigten Wohnungen hatte es zuletzt im Jahr 1999 gegeben", erläutern die Statistiker. Bei insgesamt 316.600 genehmigten Neubauwohnungen in 2016, was einem Plus von 19,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 entspricht, entfiel der größte Zuwachs des Jahres 2016 auf Mehrfamilienhäuser (Plus 26,6 Prozent) und Zweifamilienhäuser (Plus 13,2 Prozent). Hingegen stagnierte die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser auf dem Stand von 2015. Der Gebäudebestand wiederum boomte und "erreichte im Jahr 2016 mit 52.300 Wohnungen den höchsten Wert seit 1998", erklärt das Statistische Bundesamt.

In den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 zeichnete sich ein leichter Rückgang der Baugenehmigungen ab (minus 6,5 Prozent auf 50.700 Wohnungen). Zahlen, die Destatis jedoch relativiert: "Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich nahm die Zahl der genehmigten Wohnungen von Dezember 2016 bis Februar 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozent ab." Mehrfamilienhäuser stellen hierbei eine Ausnahme dar: Im Januar und Februar 2017 gab es 8,0 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

Eine nachhaltig abgeschwächte Konjunktur im Wohnbau ist derzeit nicht zu erwarten. So ergab eine Architektenumfrage des ifo-Instituts, dass sich bei den freischaffenden Architekten das Geschäftsklima zu Beginn des ersten Quartals 2017 "sichtlich verbessert" hat. "Die befragten Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage besser als im Vorquartal. Nur etwa jeder elfte Architekt bezeichnete seine Geschäftslage als "schlecht". "Auch die Einschätzung der Entwicklung in den nächsten sechs Monaten ist sehr positiv." Vor allem Aufträge zur Planung von Ein- und Zweifamilienhäusern hätten sich im Berichtsquartal um gut die Hälfte erhöht und "ein absolutes Spitzenniveau" erreicht.

Die Geschäftserwartungen der Fensterbranche deuten ebenfalls darauf hin, dass auch im Jahr 2017 mit Wachstum im Wohnungsbau zu rechnen ist. "Der Fensterabsatz in Deutschland wird 2017 – gemessen an der Anzahl der tatsächlich eingebauten Fenster – mit plus 3,9 Prozent ordentlich zulegen", erklären die vier führenden Branchenverbände. Als Gründe für diese Entwicklung nennen sie "die positiven gesamtwirtschaftlichen Prognosen sowie den anhaltend hohen Bedarf im Wohnbau aufgrund der Zuwanderung". Im Neubausegment rechnen die Fensterhersteller mit einem Zuwachs von neun Prozent. Der Einbau von Fenstern im Bestand werde zwar stagnieren, doch behalte dieser Renovierungs- und Sanierungsbereich seine dominierende Stellung im Vergleich zum Neubau (etwa 56 zu 44 Prozent). Die Fensterbauer rechnen damit, dass der Wohnbau (66,5 Prozent) im Vergleich zum Nichtwohnbau (33,5 Prozent) das Baugeschehen noch stärker bestimmen wird als 2016 (65,8 zu 34,2 Prozent).


Redaktion: Joachim Hoffmann