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Baukindergeld-Auswertung: Vor allem junge Familien mit niedrigem Einkommen profitieren

Im Auftrag des Bau- und Innenministeriums hat die KfW die bislang eingegangenen Baukindergeld-Anträge einer Analyse unterzogen. Ergebnis: Die staatliche Förderung kommt vor allem Familien mit kleinen Kindern und einem jährlichen Einkommen von weniger als 40.000 Euro zugute.

Junge Familien mit kleinen Kindern und einem eher niedrigen Einkommen profitieren vom Baukindergeld.

Junge Familien mit kleinen Kindern und einem eher niedrigen Einkommen profitieren vom Baukindergeld.

(München, 14.08.2019) Ein Jahr nach der Einführung des Baukindergelds hat die für die Abwicklung der Förderung zuständige Förderbank KfW eine Auswertung des bisherigen Antragsbestandes vorgenommen. Die Analyse soll darüber Aufschluss geben, welche Haushalts- und Einkommensgruppen am meisten von den staatlichen Zuschüssen profitieren.

Bislang haben rund 112.000 Familien einen Förderantrag gestellt, gut ein Drittel davon hat bereits die Auszahlungsbestätigung für das Baukindergeld erhalten. Mit gut 24.000 Anträgen ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten Antragstellern, dahinter folgen Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils rund 15.000 Familien, die Baukindergeld erhalten wollen.

Dabei zeigt sich: Von den Familien, die das Fördergeld beziehen, haben die meisten ein unterdurchschnittliches Einkommen. 60 Prozent der Baukindergeld-Empfänger verdienen pro Jahr weniger als 40.000 Euro brutto, bei vier von zehn Beziehern liegt das jährliche Haushaltseinkommen sogar bei 30.000 Euro oder weniger. Besonders hoch ist der Anteil an Familien mit kleinen Kindern. Zwei von drei Familien haben Kinder, die noch im Vorschulalter sind. In rund einem Drittel der antragstellenden Haushalte leben Kinder unter zwei Jahren.

Die KfW-Auswertung zeigt, dass ein großer Teil des Baukindergelds offenbar dort ankommt, wo es am meisten benötigt wird - nämlich bei Familien mit eher niedrigem Einkommen und kleinen Kindern. Da bei dieser Konstellation die Finanzierung beim Immobilienerwerb oft eng ausgelegt ist, kann das Baukindergeld dabei helfen, die Schulden schneller zurückzuführen und das finanzielle Risiko zu senken.

"Familien sollten das Baukindergeld wenn möglich nutzen, um die Finanzierung der Immobilie zu erleichtern", empfiehlt Mirjam Mohr, die als Vorständin bei Interhyp für das Privatkundengeschäft zuständig ist. Als sinnvolle Verwendung für das Baukindergeld sieht sie beispielsweise die jährliche Einzahlung als Sondertilgung in den Darlehensvertrag. Weil durch die schnellere Tilgung auch die Zinskosten sinken, profitieren Kreditnehmer dazu noch vom Finanzierungseffekt, betont Finanzierungsexpertin Mohr und rechnet vor: Wenn eine Familie mit drei Kindern zehn Jahre lang das Baukindergeld von jeweils 3.600 als Sondertilgung für ein Darlehen mit 1,0 Prozent Zins einsetzt, sinkt der Schuldenstand am Ende nicht um 36.000 Euro, sondern dank eingesparter Zinsen um rund 37.900 Euro.

Weitere Infos zum Baukindergeld


Redaktion: Thomas Hammer

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