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Baukindergeld stützt Haushalte mit wenig Eigenkapital

Die Frist für die Beantragung von Baukindergeld sollte nach Ansicht von Experten über das Jahr 2020 hinaus verlängert werden. Die Förderung helfe dabei, mangelndes Eigenkapital zu ergänzen.

Das Baukindergeld hilft vor allem jungen Familien ihren Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen.

(München, 13. August 2020) "Das Eigenkapital stellt das Nadelöhr für Eigentumserwerber dar. Gerade junge Familien benötigen hierbei dringend Unterstützung", sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland IVD. Deshalb sollte seiner Ansicht nach das Baukindergeld über das Jahr 2020 hinaus unbedingt verlängert werden. "Ohne seine Fortsetzung kommt die politische Förderung von Wohneigentum komplett zum Stillstand." Erschwerend komme hinzu, dass die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen weiter eingeschränkt werden soll. "Dabei zeigt gerade das Baukindergeld, dass junge Familien mit der Förderung vor allem in Bestandswohnungen investieren wollen und können. Den teuren Neubau kann sich ein Haushalt mit kleinem und mittlerem Einkommen einfach nicht leisten", sagt der IVD-Präsident.

Auch die Landesbausparkassen (LBS) plädieren dafür, das Baukindergeld zu verlängern. "Nur wer bis zum 31. Dezember dieses Jahres einen Kaufvertrag unterzeichnet oder eine Baugenehmigung erhalten hat, kann noch bis Ende 2023 einen Antrag auf Baukindergeld bei der Förderbank KfW stellen", erklärt LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann die Sachlage. Weil die Corona-Auflagen manche Immobilienvorhaben verzögert hätten, sollte diese Frist, so Guthmann, um mindestens sechs Monate verlängert werden.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des IVD ist fehlendes Eigenkapital für mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Mieter das größte Hindernis bei der Bildung von Wohneigentum. Befragt nach den Gründen nannten 41 Prozent der Teilnehmer, dass ihr Haushaltseinkommen zu gering sei, um Eigenkapital zu bilden. Laut einer aktuellen Studie der ING Bank verfügen rund drei von zehn Deutschen (29 Prozent) u?ber keine Ersparnisse. Die Coronakrise verschärfe die Sparschwierigkeiten für viele noch. Denn je ho?her die angesparten Ru?cklagen eines Haushaltes sind, desto wahrscheinlicher sei es, dass diese in der Corona-Krise mehr sparen als zuvor. Umgekehrt seien einkommensschwächere Haushalte noch weniger in der Lage, Rücklagen zu bilden.

Der Bundesverband der privaten Bausparkassen erkennt auf Grundlage einer Umfrage im Sparverhalten Corona-bedingte Verschiebungen bei den Motiven. So sei das Sparmotiv "Konsum" durch den Lockdown deutlich von 54 auf 45 Prozent gesunken. Auch beim Sparmotiv "Kapitalanlage" war ein Rückgang zu verzeichnen (27 statt 31 Prozent). Stabil hingegen zeigt sich das Sparmotiv "Wohneigentum" mit unverändert 42 Prozent. Auch das Motiv "Altersvorsorge" kann sich behaupten (54 Prozent nach 55 Prozent im Frühjahr).

Redaktion: Joachim Hoffmann