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Baupreise ziehen an

Der Bauboom geht weiter. Als Folge davon steigen nicht nur die Immobilienpreise. Statistische Erhebungen zeigen, dass auch die Baupreise stark angezogen haben.

Bauen: Die Zinsen sind günstig, die Baupreise sind allerdings gestiegen.

Bauen: Die Zinsen sind günstig, die Baupreise sind allerdings gestiegen.

(München, 26.04.2018) Die Kapazitäten am Bau sind voll ausgelastet, entsprechend gut geht es den Unternehmen. Im Januar 2018 waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe um 22,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat, teilt das Statistische Bundesamt mit. Für Bauherren und Immobilienkäufer bedeutet das, dass auch die Baupreise teurer werden. In einer weiteren Erhebung haben die Bundesstatistiker errechnet, dass die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im Februar 2018 gegenüber Februar 2017 um 4,0 Prozent gestiegen sind. "Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit November 2007". Überdurchschnittlich um 4,4 Prozent gestiegen sind die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden im Vergleichszeitraum. Dazu gehören Erdarbeiten, Betonarbeiten und Gerüstarbeiten. Nicht ganz so stark war der Preisauftrieb bei den Ausbauarbeiten mit 3,6 Prozent. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) legten von Februar 2017 bis Februar 2018 um 3,9 Prozent zu. Die Preise beziehen sich jeweils auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer.

Über die Ursachen für die hohen Bau- und Immobilienkosten gehen die Meinungen auseinander. Überzogene Anforderungen durch die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) seien nicht die Hauptursache für hohe Baupreise, betont der Verein natureplus und beruft sich dabei auf ein neues Gutachten des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) in Dresden. "Demnach sind die Anteile der energiebedingten Mehrkosten an den Gesamtkostensteigerungen im Bau von 2000 bis 2014 beziehungsweise 2016 als gering einzuschätzen."

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht die sogenannten Nebenkosten beim Immobilienerwerb als erheblichen Preistreiber. Diese müssten gesenkt werden, zum Beispiel durch die Einführung des Bestellerprinzips auch für den Immobilienkauf. Dies hätte zur Folge, dass der Verkäufer den Makler bezahlen muss, nicht der Käufer. "Zudem sollte die Grunderwerbsteuer für private Hauskäufer nach energetischer Sanierung reduziert und zusätzlich ein Steuerbonus zur Absetzung energetischer Sanierungskosten gewährt werden", fordern die Verbraucherschützer. Auch sollten Bund und Länder, so der vzbv, den sozialen Wohnungsbau weiter fördern.


Redaktion: Joachim Hoffmann

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