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Bausubstanz: Beim Altbau auf Schädlinge achten

Je älter die Bausubstanz, umso größer ist das Risiko, dass sich Schädlinge eingenistet haben. Experten empfehlen Kaufinteressenten daher, vor dem Erwerb eines Altbaus einem möglichen Schädlingsbefall besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Altbau: Ältere Objekte können verborgene Mängel aufweisen.

Altbau: Ältere Objekte können verborgene Mängel aufweisen.

(München, 29.08.2016) Altbauwohnungen haben nicht nur einen eigenen Charme, sondern bergen auch besondere Risiken für Käufer. So macht der Verband Privater Bauherren (VPB) darauf aufmerksam, dass in vielen alten Gebäuden die Bausubstanz mit dem Echten Hausschwamm befallen ist. Hierbei handelt es sich um einen Pilz, der sich nicht nur im Holz einnisten, sondern sich auch in Mauerfugen ausbreiten kann. Die Sanierung sei oft aufwändig und teuer, meint Raik Säbisch, Bauingenieur beim Verband Privater Bauherren: "In diesen Fällen müssen alle betroffenen Bauteile komplett entfernt und neu aufgebaut werden."

Der Verband rät daher Kaufinteressenten zu besonderer Aufmerksamkeit bei der Besichtigung, wenn sie eine Altbauwohnung oder ein älteres Wohnhaus erwerben wollen. Vor allem bei Immobilien mit großem Sanierungsstau können Bauschäden teure Sanierungsarbeiten nach sich ziehen, wenn beispielsweise durch eindringende Feuchtigkeit die Hausschwammbildung begünstigt worden ist. Im Zweifel sollte ein unabhängiger Bauexperte, wie beispielsweise ein Sachverständiger, mit hinzugezogen werden.

Wird Schädlings- oder Pilzbefall der Bausubstanz erst nach dem Kauf einer Immobilie bemerkt, stellt sich die Frage, ob der Verkäufer für die verborgenen Mängel nachträglich haften muss. Dies sei nur der Fall, wenn der Käufer dem Vorbesitzer nachweisen könne, dass jener den Befall arglistig verschwiegen habe, erläutern die Juristen des Online-Rechtsportals anwalt.de. So wies das Oberlandesgericht Koblenz die Klage eines Käufers ab, der nach dem Kauf der Wohnung einen Befall mit Hausbockkäfern feststellte. Weil er nicht zweifelsfrei nachweisen konnte, dass dem vorherigen Eigentümer vor dem Verkauf der Schädlingsbefall bekannt war, musste er den im Kaufvertrag vereinbarten Haftungsausschluss hinnehmen.


Redaktion: Thomas Hammer