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Bauzinsen nochmals gesunken auf historisches Allzeittief

Im Vergleich zum Vormonat sind die Bauzinsen im Juni weiter gesunken und bewegen sich derzeit auf historisch niedrigem Niveau. Experten erwarten in den nächsten Monaten keinen nennenswerten Zinsanstieg.

Baufinanzierungen sind aktuell günstig: Die Bauzinsen liegen auf einem Rekordtief.

Baufinanzierungen sind aktuell günstig - das ist positiv für alle, die sich ein eigenes Zuhause wünschen und dafür eine Finanzierung benötigen. Die Bauzinsen liegen auf einem Rekordtief.

(München, 10.07.2019) Wer für sein Immobilienvorhaben ein Darlehen aufnehmen will, kann dies zu sehr niedrigen Bauzinsen tun. Die Zinsen für Immobilienkredite haben ihre Talfahrt der Vormonate im Juni fortgesetzt. Hauptgrund ist die hohe Nachfrage nach sicheren Bundesanleihen, an deren Renditen sich die Bauzinsen orientieren. Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten (Handelskonflikt, Iran, Brexit) haben zu der hohen Nachfrage geführt - und die Rendite hat sich weit in den negativen Bereich verschoben. Mit den entsprechenden Konsequenzen für die Baufinanzierung: "Nie war es in der Geschichte der Bundesrepublik günstiger, eine Immobilienfinanzierung auf den Weg zu bringen – ob für den Bau, den Immobilienkauf oder für eine Umschuldung", sagt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. "Aktuell liegen Bestkonditionen für zehnjährige Darlehen bereits unter einem Prozent."

Mohr rät Kreditnehmern angesichts der günstigen Bauzinsen zu langen Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren mit hoher Tilgung. Diese könne unter Umständen so hoch angesetzt werden, dass am Ende der Zinsbindung bereits Schuldenfreiheit erreicht wird (Volltilgerdarlehen). Kreditnehmer behalten trotzdem hohe Flexibilität, da sie nach zehn Jahren ihren Kreditvertrag mit Kündigungsfrist von einem halben Jahr kündigen könnten.

An dem aktuell niedrigen Zinsniveau wird sich im zweiten Halbjahr 2019 voraussichtlich nichts ändern. Das geht aus dem aktuellen Bauzins-Trendbarometer im Juli-Zinsbericht von Interhyp hervor. Die Experten von zehn befragten deutschen Kreditinstituten gehen in der Mehrheit kurzfristig sowie mittel- bis langfristig eher von gleichbleibend günstigen Zinsen aus. Die Hypovereinsbank verweist auf die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB); angesichts der schwächelnden Konjunktur sind weitere Zinssenkungen und eventuell sogar die Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms im Gespräch. "Die entsprechende Erwartungsbildung an den Finanzmärkten drückt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fast täglich auf neue Tiefstände im negativen Bereich. Wir gehen mittlerweile davon aus, dass die Rendite auch über die kommenden zwölf Monate tief im negativen Bereich verharren wird." Auch die Postbank schätzt, dass perspektivisch kaum mit einem signifikanten Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus zu rechnen sei, "was auch das Aufwärtspotenzial für Zinsen längerfristiger Hypothekendarlehen klar begrenzen sollte".


Redaktion: Joachim Hoffmann