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Bestellerprinzip: Lob und Tadel für Gesetzesentwurf

Das Bestellerprinzip soll für Makler auch auf den Immobilienverkauf ausgeweitet werden. Während der Maklerverband das Vorhaben ablehnt, befürworten Wirtschaftsforscher die Initiative.

Die Pros und Kontras des Bestellerprinzips stehen aktuell wieder stark in der Diskussion.

Die Pros und Kontras des Bestellerprinzips stehen aktuell wieder stark in der Diskussion.

(München, 27.02.2019) In die schon seit längerem geführte Diskussion um die Einführung des so genannten Bestellerprinzips beim Immobilienkauf ist neue Bewegung gekommen. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat nun einen Referentenentwurf vorgelegt, in dem die von ihr geplanten Neuerungen konkretisiert werden. Ähnlich wie beim bereits bei der Wohnungsvermietung geltenden Bestellerprinzip soll nun auch beim Verkauf von Immobilien derjenige den Makler bezahlen, der dessen Dienste bestellt - was in der überwiegenden Anzahl der Fälle der Verkäufer sein dürfte.

Die Regierungskoalition zeigt sich zu dem Vorhaben gespalten: Während die SPD die Ausweitung des Bestellerprinzips auf den Immobilienverkauf befürwortet, zeigen sich die Unionsparteien skeptisch. "Wir sehen die Gefahr, dass die Verkäufer diese Kosten einfach auf den Kaufpreis drauf setzen", meint Ulrich Lange, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion.

Eine ähnliche Ansicht vertritt auch der Maklerverband IVD, der sich in einem Positionspapier gegen die Einführung des Bestellerprinzips beim Immobilienverkauf ausspricht. Der Verband weist darauf hin, dass sich für den Käufer auch die Nebenkosten erhöhen könnten, wenn der Verkäufer die Maklerprovision in den Kaufpreis einrechnet und damit entsprechend mehr Grunderwerbsteuer fällig wird. "Es profitiert letztendlich nur der Staat durch die höheren Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer", kritisiert der IVD das Gesetzesvorhaben.

Zustimmung findet die Gesetzesinitiative der Justizministerin hingegen beim Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Das IW hat den Markt in Ländern unter die Lupe genommen, in denen ausschließlich der Verkäufer der Immobilie den Makler bezahlt. "International zeigt sich, dass in Ländern, in denen die Zahllast beim Verkäufer liegt, die Courtage deutlich geringer ausfällt als in Deutschland", berichtet IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. So liege die Provision in Ländern wie den Niederlanden oder Schweden oft nur bei zwei Prozent, während sie in Deutschland üblicherweise sechs Prozent betrage. Ursache hierfür sei, dass der Verkäufer wesentlich besser über die Höhe der Provision verhandeln könne als der Käufer, da er verschiedene Maklerangebote einholen könne. Damit könnte nach Ansicht des IW das Bestellerprinzip den politisch gewünschten Effekt einer Entlastung von Immobilienkäufern erreichen.

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Redaktion: Thomas Hammer

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