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Bestellerprinzip: Maklerumsätze brechen ein

Nach einer neuen Studie berichten Makler von Umsatzeinbußen aufgrund der neuen Regelung zur Vermittlungsprovision bei Vermietungen.

Hamburg

(München, 14.10.2015) Laut der Studie "100 Tage Bestellerprinzip" von ImmobilienScout24, der Immobilien Zeitung und Immo Media Consult beklagen rund 84 Prozent der Makler einschneidende Umsatzeinbußen seit Umsetzung des Bestellerprinzips im Juni 2015. Nach diesem Prinzip zahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt hat - meist der Vermieter. Mieter zahlen grundsätzlich keine Vermittlungsprovision mehr, es sei denn, sie haben den Makler ausdrücklich schriftlich oder per E-Mail beauftragt und dieser ist ganz und gar für den Mieter tätig. Für die Studie wurden im September 2015 rund 1.300 Immobilienprofis, die Wohnraum vermieten, zu den Folgen des Bestellerprinzips befragt. Jeder Dritte verzeichnet demnach sogar Umsatzeinbußen in Höhe von über 50 Prozent. Ungefähr 47 Prozent der Makler schätzen ihre aktuelle Situation als so gefährlich ein, dass sie ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet sehen.

Im Vorfeld der neuen Regelung hatte es bereits Prognosen zu Einbußen gegeben. So hatte der Jurist Friedhelm Hufen, Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in einem Interview mit Legal Tribune Online gesagt, dass der flexible Markt der Wohnungsmiete für Makler faktisch wegfallen könne. "Das machte bisher zirka 80 Prozent ihrer Einnahmen aus", so Hufen.

Trotz der negativen Bilanz kommt laut der Bestellerprinzip-Studie für 93 Prozent der Makler eine Räumung des Geschäftsfelds nicht in Frage. Insgesamt 71 Prozent der Befragten wollen mit Sparmaßnahmen dagegenhalten, welche vor allem Marketing- und Werbeausgaben betreffen. Rund 40 Prozent von ihnen streben eine verstärkte Spezialisierung auf den Immobilienverkauf an. Beim Verkauf von Immobilien gilt das Bestellerprinzip nicht.

Die weitere Geschäftsentwicklung für das Jahr 2015 schätzen Makler und Vermieter unterschiedlich ein: 60 Prozent der Makler erwarten vorerst zunehmende Umsatzrückgänge. Die Vermieter sind positiver gestimmt: 48 Prozent von ihnen rechnen trotz des Bestellerprinzips mit einem Umsatzwachstum für dieses Jahr.

Grundsätzlich müssen Vermieter mögliche Umsatzrückgänge in die Schätzung ihrer Rendite einbeziehen. Das kann sich zum Beispiel auch auf eine künftige Anschlussfinanzierung auswirken, wenn die Kapitalanlage durch Kredite finanziert wird.


Redaktion: Britta Barlage