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Bezahlbares Bauen: Bauministerium will Kosten senken

Bundesbauministerin Barbara Hendricks will das Bauen bezahlbarer machen und hat sich für Änderungen bei Regelwerken und Baunormen ausgesprochen. Laut Bericht der Baukostensenkungskommission zählten größere Wohnflächen, gehobene Ausstattung und Anlagentechnik zu den Kostentreibern, nicht jedoch die Handwerkerpreise.

Baustelle Einfamilienhaus

(München, 18.11.2015) Bauen soll bezahlbar bleiben. "Die von mir ins Leben gerufene Baukostensenkungskommission hat dazu zahlreiche Vorschläge entwickelt. Die Umsetzung dieses Maßnahmenkatalogs kann einen großen Beitrag zum kostengünstigen Wohnen und Bauen in Deutschland leisten", sagte Hendricks. Der Abschlussbericht der Kommission, der mehr als 60 Empfehlungen zur Kostendämpfung enthält, soll in Kürze vorgelegt werden.

Hendricks hatte das Gremium im vergangenen Jahr im Rahmen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen eingerichtet. Dort sind Experten von Bund, Ländern, Kommunen, der Wohnungs- und Bauwirtschaft, des Deutschen Mieterbundes, der Gewerkschaften sowie weitere gesellschaftlich relevante Akteure vertreten. "Die Gespräche der Bündnispartner in der Baukostensenkungskommission haben gezeigt, dass ansteigende Wohnflächen, Ausstattungsmerkmale und technische Ausrüstungen die eigentlichen Kostentreiber beim Wohnungsbau sind", sagte Hendricks. "Diese werden oft durch Regelungen der Kommunen, Länder und zum Teil des Bundes beeinflusst und müssen begrenzt werden. Die Leistungen des Bauhandwerks dagegen zählen nicht zu den wesentlichen Kostentreibern."

Beim Bauordnungsrecht sprach sich die Bauministerin für ein möglichst bundeseinheitliches Regelwerk aus. Auch das Normungswesen sei immer umfangreicher geworden und führe bei der Planung und beim Bau zu höheren Kosten und Haftungsrisiken. Als Beispiel nannte Hendricks den Schallschutz. Hier sollten die Länder die Mindestanforderungen stringent und rechtssicher gestalten. Auch die Stellplatzanforderungen von Ländern und Kommunen stellten einen wesentlichen Kostenfaktor für Bauherren dar. Diese Regelungen sollten flexibilisiert oder - wie in Berlin und Hamburg - ganz gestrichen werden.

Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes haben die Baukosten für Wohngebäude in den vergangenen Jahren zugenommen. Die gestiegenen Kosten müssen derzeit auch bei einem Baukredit kalkuliert werden.


Redaktion: Patrizia Difonzo