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Boom bei Wohnungsbau und Baugenehmigungen

Die Bauwirtschaft erwartet in diesem Jahr die Fertigstellung von 310.000 bis 320.000 neuen Wohnungen und ein Umsatzplus im Wohnungsbau von sieben Prozent. Bei den Baugenehmigungen verzeichnen Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen hohe Steigerungsraten.

Boom beim Wohnungsbau: Mehr Baugenehmigungen

Boom beim Wohnungsbau: Mehr Baugenehmigungen.

(München, 12.01.2017) Der Wohnungsbau in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf: Im vergangenen Jahr dürften inklusive der Umbaumaßnahmen im Bestand etwa 280.000 bis 290.000 Wohnungen fertiggestellt worden sein, so der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in einer gemeinsamen Presseerklärung. In diesem Jahr erwarten die zwei Verbände eine Zunahme auf 310.000 bis 320.000 neue Wohneinheiten und ein Umsatzwachstum im Wohnungsbau von rund sieben Prozent. Der Boom trage wesentlich dazu bei, dass die baugewerblichen Umsätze aller Bausparten in diesem Jahr den höchsten Wert der vergangenen zwanzig Jahre erreichen werden. Die Auftragsbücher sind voll, es fehlt inzwischen an Fachkräften.

Den Aufschwung beim Wohnungsbau belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts. So sind die Baugenehmigungen von Januar bis Oktober 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 23,4 Prozent auf 308.700 Wohnungen angestiegen. Der Großteil entfiel mit knapp 139.200 genehmigten Wohnungen auf Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen (plus 26,9 Prozent). Einfamilienhäuser legten dagegen mit rund 80.300 genehmigten Wohnungen nur um 1,1 Prozent zu. Die prozentual stärksten Zuwächse gab es bei neuen Wohnheimen, Zwei- und Mehrfamilienhäusern sowie Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden.

Angesichts der Zuwanderung und des anhaltenden Zuzugs in viele Ballungsgebiete dürfte Wohnraum zur Miete und das Angebot an Kaufimmobilien dort weiter knapp bleiben. Die Fertigstellungen bleiben immer noch deutlich hinter dem prognostizierten Bedarf zurück. So geht etwa Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) davon aus, dass bis 2020 jedes Jahr ein Bedarf von mindestens 350.000 bis 400.000 neuen Wohnungen bestehe. Der Bund hat daher die Mittel für den sozialen Wohnungsbau im vergangenen Jahr zwei Mal um je 500 Millionen Euro aufgestockt. In diesem und dem kommenden Jahr stehen den Bundesländern, die für den sozialen Wohnungsbau alleine zuständig sind, nun jeweils 1,5 Milliarden Euro aus Mitteln des Bundes zur Verfügung.


Redaktion: Britta Barlage