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Digitale Bezahlung auf dem Vormarsch

Die Mehrheit der Deutschen ist - quer über alle Altersstufen - offen für biometrische Authentifizierung bei Bezahlvorgängen, zum Beispiel per Fingerabdruck. Das ergab eine aktuelle Umfrage.

Bargeldlose Zahlung ist gefragt

Bargeldlos zahlen? Viele gehen davon aus, dass dies in Zukunft immer seltener wird.


(München, 15.02.2016) Fingerabdruck, Stimm-Erkennung oder Iris-Scan: Biometrische Merkmale sind bei der Zutrittskontrolle in Unternehmen und Haushalten verbreitet. Sie können aber auch für Bezahlvorgänge eingesetzt werden. Ziel ist in beiden Fällen eine höhere Sicherheit. Und die Deutschen sind durchaus offen für diese Form der Authentifizierung, wie eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt (repräsentative Umfrage unter 1011 Personen ab 14 Jahren). Demnach können sich 58 Prozent der Befragten vorstellen, solche Verfahren künftig beim bargeldlosen Bezahlen einzusetzen.

"Schon heute entsperren viele Menschen ihr Smartphone oder ihren Laptop per Fingerabdruck. Künftig wird es ganz normal sein, dass wir statt Pin oder Unterschrift auch beim Bezahlen biometrische Verfahren einsetzen", erklärt Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. "Individuelle körperliche Merkmale machen uns einzigartig und sind deshalb deutlich sicherer als Passwörter, die geknackt oder gestohlen und missbraucht werden können." Für den Nutzer sei die Handhabung zudem schnell, einfach und bequem.

Unter Biometrie versteht man Methoden, mit denen individuelle körperliche Merkmale von Menschen zum Beispiel zur Erkennung eingesetzt werden. Die Ergebnisse werden digital gespeichert. Um eine Identität zu prüfen, können die in Datensätze umgewandelten biometrischen Werte einer Person mit den vorhandenen Datensätzen verglichen werden. Ein bekanntes biometrisches Verfahren ist der Fingerabdruck.

Besonders aufgeschlossen gegenüber diesen Verfahren sind junge Verbraucher: Von den 14- bis 29-Jährigen können sich insgesamt 67 Prozent vorstellen, biometrische Daten beim bargeldlosen Bezahlen einzusetzen. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es noch 56 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen sogar 59 Prozent. Auch unter den Befragten ab 65 Jahren ist noch jeder Zweite (52 Prozent) offen für biometrische Verfahren.

Bei einer weitere Umfrage des Bitkom unter 100 Finanzexperten waren sechs von zehn Befragten (61 Prozent) der Meinung, dass bis 2025 Bargeld in Deutschland nicht mehr das dominierende Zahlungsmittel sein werde. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Finanzunternehmen erwartet, dass es in zehn Jahren üblich sein wird, dass im Einzelhandel keine Kassen mehr zum Einsatz kommen - zum Beispiel weil Kunden über ihr Smartphone erkannt werden und der Bezahlvorgang automatisch beim Verlassen des Geschäfts abgewickelt wird.

Kritik an der Vision von einer bargeldfreien Welt kommt vom Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv). "Der Preis für eine Welt ohne Bargeld ist hoch", warnt vzbv-Vorstand Klaus Müller. Bargeld ermögliche Anonymität, elektronisches Bezahlen hinterlasse Datenspuren. Zudem gebe es im Online-Banking immer wieder Sicherheitslücken. Bargeldloses Zahlen verführe Verbraucher zu Konsum auf Pump. "Welche Geldbörse sie wann nutzen, das sollten Verbraucher selbst entscheiden können", betont Müller. "Sie müssen wählen können."


Redaktion: Britta Barlage