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Eigenheim lieber als Smartphone

Das Eigenheim ist gefragt, der Run auf Immobilien ungebrochen. Auch junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren streben Wohneigentum an, wie zwei aktuelle Studien belegen.

Ein Eigenheim gilt für viele junge Menschen als wichtigste Anschaffung.

Ein Eigenheim gilt für viele junge Menschen als wichtigste Anschaffung.

(München, 26.09.2016) Wenn es um Anschaffungen geht, ist das Eigenheim bei jungen Menschen unangefochtener Spitzenreiter. Laut einer Erhebung der Postbank gaben 40 Prozent der befragten 18- bis 34-Jährigen an, dass für sie Wohneigentum die wichtigste große Anschaffung darstellt. "In vielen Städten herrscht Wohnungsmangel", begründet Jörg Koschate, Generalbevollmächtigter der Postbank-Tochter BHW Bausparkasse. "Deshalb wünschen sich immer mehr junge Leute, sich durch den Erwerb eines Eigenheims unabhängig von angespanntem Markt und steigenden Mieten zu machen." Abgeschlagen auf den weiteren Rängen folgen das Auto (18 Prozent), Einrichtung (13 Prozent) und die neuesten Hightech-Produkte wie Tablet oder Smartphone (12 Prozent). Nach Angaben der Postbank spart jeder dritte junge Deutsche einen Bausparvertrag an.

Einen ähnlich hohen Beliebtheitswert der eigenen vier Wände hat die Postbank-Studie quer durch alle Altersklassen registriert. Gegenüber der Befragung im Vorjahr habe sich der Status der Immobilie als beliebteste große Anschaffung von 26 auf 37 Prozent erhöht.

Viele junge Deutsche zwischen 25 und 35 Jahren träumen nicht nur von der Anschaffung des Eigenheims, sondern sind auch gewillt, diesen Wunsch zeitnah umzusetzen. 28 Prozent der sogenannten "Generation Y" möchten in den kommenden zwölf Monaten ein Haus bauen oder eine eigene Wohnung kaufen. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie "Wohneigentum und Baufinanzierung", die das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag der PSD Bank Nord erarbeitet hat.

Die jungen Menschen fühlten sich dem finanziellen Kraftakt durchaus gewachsen. 64 Prozent der vom IMWF befragten 25- bis 35-Jährigen waren sich sicher, ein Eigenheim finanzieren zu können. "Die Vertreter der Generation Y schätzen ihre berufliche Entwicklung und die damit einhergehenden finanziellen Perspektiven positiv ein. Das schafft innere Sicherheit und eine gute Planungsgrundlage für eine Eigenheimfinanzierung", sagt Dieter Jurgeit, Vorstandsvorsitzender der PSD Bank Nord. Angetrieben werden die jungen Leute laut Studie von dem Wunsch, eine größere und schönere Wohnung zu haben sowie eine Familie zu gründen. "Statt eine größere Wohnung zu mieten, nutzen viele lieber das günstige Zinsumfeld, um sich für eine vergleichbare finanzielle Belastung eine Immobilie zu kaufen", erklärt Jurgeit.

Entscheidende Kaufkriterien fürs Eigenheim seien für die jungen Leute vor allem die Nähe von Schulen, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten (47 Prozent) und eine ruhige Lage (43 Prozent). Dagegen rangiere die Nähe zum Arbeitsplatz auf der Wunschliste nur bei jedem Fünften weit oben. Vom Erwerb von Wohneigentum - sei es zur Eigennutzung, sei es zur Vermietung - erhoffen sich viele auch eine Wertsteigerung.

82 Prozent aller Befragten zwischen 25 und 35 Jahren rechneten, so die IMWF-Experten, in Zukunft mit steigenden Mieten. 71 Prozent erwarteten höhere Preise für Grundstücke, und noch mehr seien sich sicher, dass in Zukunft der Bedarf an Wohneigentum weiter zunehmen werde.

Bei aller Zielstrebigkeit wolle sich die die Generation Y aber gewisse Freiheiten erhalten und strebe deshalb flexible Finanzierungsmodelle an. Die Möglichkeit einer Ratenpause im Fall einer beruflichen Neuorientierung oder eines Sabbaticals sei für viele ein wichtiges Kriterium.


Redaktion: Joachim Hoffmann