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Eigenkapital: Was Sie zur Finanzierung nutzen können

Keine Finanzierung ohne Eigenkapital - diese Grundregel gilt bei der Baufinanzierung auch heute noch. Wer den Traum von den eigenen vier Wänden wahrmachen will, sollte daher nicht nur überlegen, wie viel Schulden er sich leisten kann. Zusätzlich zu den Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren sollten Bauherren und Käufer je nach persönlicher Konstellation etwa 10 bis 25 Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln bestreiten können.

Beim Einsatz des Eigenkapitals ist jedoch zu beachten: Je nachdem, in welchen Anlageprodukten das Kapital investiert ist, kann es nicht immer sofort und in voller Höhe für die Finanzierung eingeplant werden. Daher ist es empfehlenswert, beim Kassensturz das Geld in unterschiedliche Kategorien einzuteilen.

-Bankguthaben und Bundeswertpapiere. Wenn das Geld bei inländischen Banken oder in Bundeswertpapieren angelegt ist, kann es dank der hohen Sicherheit in voller Höhe als Eigenkapital eingeplant werden. Bauherren sollten jedoch auf die Verfügbarkeit achten: Bei manchen Anlageformen wie Sparbriefen, Festgeldern oder Bundesfinanzierungsschätzen kann es sein, dass das Guthaben nicht sofort verfügbar ist. Dann kann eine Zwischenfinanzierung erforderlich sein.

-Bausparguthaben. Auch hier ist das Geld ohne Verlustrisiko angelegt. Allerdings hängt die Zugriffsmöglichkeit davon ab, ob der Bausparvertrag schon zuteilungsreif ist. Grundsätzlich ist eine vorzeitige Kündigung zwar möglich, allerdings gehen dann unter Umständen staatliche Fördermittel wie Arbeitnehmersparzulage oder Wohnungsbauprämie verloren.

-Fondsguthaben und Wertpapiere. Weil die Börsenkurse tagtäglich schwanken, können Immobilienkäufer und Bauherren diese Anlageprodukte zunächst nicht in vollem Umfang in die Finanzierung einplanen. Erst nach der Umschichtung in sichere Anlagen ist klar, welcher Betrag tatsächlich zur Verfügung steht. Dasselbe gilt auch für Edelmetalle und Rohstoffinvestments.

-Versicherungs- und Riestersparpläne. Bei Versicherungssparplänen ist die vorzeitige Auflösung meist mit starken Renditeeinbußen verbunden. Bauherren sollten sich vom Berater durchrechnen lassen, ob es sinnvoller ist, die Versicherung aufzulösen oder sie als zusätzliche Sicherheit in die Finanzierung einzubauen. Riester-Guthaben können Sparer für den Kauf einer selbstgenutzten Wohnimmobilie auflösen, ohne dass sie die Zulagen zurückzahlen müssen.

-Muskelhypothek. In gewissem Umfang können auch Eigenleistungen als Eigenkapital gelten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die verfügbare Arbeitszeit sowie die handwerklichen Fachkenntnisse Grenzen setzen. Wer auf Eigenleistungen setzt, muss außerdem die Materialien selbst kaufen und diese Kosten von der Ersparnis abziehen. Mehr als 15.000 Euro an Eigenleistungen sind daher in aller Regel nicht realistisch.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 11.10.2011