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Energieeffizienz: Neue Label für Haushaltsgeräte

Das EU-Parlament hat einer Energie-Label-Reform für Haushaltsgeräte von der EU-Kommission zugestimmt. Die Reform soll mehr Transparenz beim Kauf gewährleisten. Unabhängige Organisationen kritisieren jedoch die Unzuverlässigkeit von Effizienztests unter Laborbedingungen.

Neue Label für Haushaltsgeräte sollen Energieeffizienz transparenter machen.

Neue Label für Haushaltsgeräte sollen Energieeffizienz transparenter machen.

(München, 27.07.2017) Im Rahmen der Energie-Label-Reform sollen die bisherigen Label A+, A++ und A+++ von Haushaltsgeräten abgeschafft und durch eine neue Skala von G bis A versehen werden. Die ersten neu gekennzeichneten Geräte werden "voraussichtlich frühestens Ende 2019" erhältlich sein. Begleitet wird die Einführung von der Einrichtung einer öffentlichen Produktdatenbank. Diese soll Verbrauchern helfen, sich zu entscheiden. Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, schätzt die Einsparungen durch das neue Energie-Label gemeinsam mit den Ökodesign-Vorschriften auf knapp 500 Euro: "Insgesamt können wir so Energie einsparen, die dem jährlichen Energieverbrauch Italiens und aller baltischen Staaten zusammengenommen entspricht."

Johanna Kardel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen bemängelt allerdings die Länge der Übergangsfristen, da die neue Skala zunächst nur für manche Geräte eingeführt werde: "Verbraucher werden sich trotzdem noch eine Weile mit unterschiedlichen Kennzeichnungen rumschlagen müssen". Während Waschmaschinen, Lampen und Fernseher bald mit dem neuen Label ausgestattet werden, folge die Anpassung bei Staubsaugern, Dunstabzugshauben oder Heizungen erst später.

Mehrere Umweltorganisationen kritisieren allerdings, nach welchen Kriterien ein Gerät klassifiziert wird. Die Organisationen haben sich dafür im Europäischen Umweltbüro zusammengeschlossen. Konkret bemängeln sie die Laborsituation bei den Gerätetests, die das reale Nutzerverhalten nur begrenzt widerspiegele. Wichtig seien auch regelmäßige Updates der Energieklassifizierungen, um mit technischen Weiterentwicklungen Schritt zu halten. An solche Entwicklungen hat das EU-Parlament bereits gedacht: "Um mit Verbesserungen bei der Energieeffizienz Schritt zu halten, werden zukünftige Neuklassifizierungen automatisch eingeleitet, sobald 30 Prozent der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse "A" fallen, oder wenn 50 Prozent dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen "A" und "B" fallen".


Redaktion: Joachim Hoffmann