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Energiewende: Im Prinzip ja, aber in der Praxis?

Eine große Mehrheit der Deutschen hält die Energiewende für sehr wichtig. Allerdings hinkt die Umsetzung in privaten Haushalten dem Bewusstsein hinterher, wie eine aktuelle KfW-Analyse zeigt.

Die meisten Deutschen sehen eine Energiewende als wichtig an. Doch nur wenige deutsche Bürgerinnen und Bürger versuchen in ihrem Eigenheim nachhaltiger zu werden.

(München, 23. September 2020) Für das KfW-Energiewendebarometer 2020 hat die bundeseigene KfW-Bank rund 4.000 Haushalte befragen lassen. Dabei zeigte sich, dass etwa 90 Prozent der Haushalte die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig halten. Rund drei von vier Haushalten gaben ihre Handlungsbereitschaft auf einer Skala von null bis zehn mit acht oder höher an. Die Einsicht in die Notwendigkeit der Energiewende sei dabei in allen Bildungs- und Einkommensschichten und quer durch alle Regionen vorhanden.

Mit der tatsächlichen Umsetzung des Bewusstseins in konkrete Maßnahmen hapert es jedoch noch. Denn nur rund 20 Prozent der Haushalte erkennen, dass es große Einsparpotenziale bei Strom, Wärme oder Mobilität in den eigenen vier Wänden gibt. Daher verfügen auch erst 23 Prozent der Haushalte bereits über entsprechende Technologien wie Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen. Kleiner Lichtblick: Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um zehn Prozent. Erwartungsgemäß fällt der Anteil der Aktiven unter Eigentümern (35 Prozent) deutlich höher aus als unter Mietern (13 Prozent). Auch wird auf dem Land laut KfW deutlich mehr getan als in der Stadt. Insgesamt ist die Handlungsbereitschaft ernüchternd: Nur rund vier Prozent der Haushalte planen in den nächsten zwölf Monaten die Anschaffung von Energiewende-Technologien. Die Coronakrise wirke zusätzlich hemmend auf Investitionen. Immerhin: Die Förderprogramme der KfW und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verzeichneten im ersten Halbjahr 2020 Volumenzuwächse im dreistelligen Prozentbereich.

Dass die Deutschen im Prinzip die Energiewende befürworten, aber möglichst nicht im eigenen Zuhause, belegt eine repräsentative Umfrage, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegeben hat. Demnach sprechen sich 75 Prozent der Befragten dafür aus, dass die Bundesregierung den Ausbau von Windkraftanlagen auf See stärker vorantreiben sollte.

Redaktion: Joachim Hoffmann