News

EnEV: Einfachere Regelungen geplant

Um die verschiedenen Bau- und Energieverordnungen für Bauherren einfacher und transparenter zu gestalten, prüft die Politik, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz zusammenzuführen.

Modernes Einfamilienhaus

(München, 04.05.2016) Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, welchen Primärenergiebedarf ein neu gebautes Haus maximal haben darf und wie viel Energie höchstens durch die Gebäudehülle entweichen darf. Wer die Anforderungen überbietet, kann auf attraktive Darlehen der KfW-Bank zurückgreifen. Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) verpflichtet Bauherren unter bestimmten Voraussetzungen, für die Beheizung neuer Häuser zu einem gewissen Teil erneuerbare Energien wie Sonne, Holz und Pellets (Biomasse) oder Erd- und Umgebungswärme einzusetzen. Im Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird deshalb die Anschaffung von Solarthermieanlagen, Pellet- und Stückholzheizungen sowie Wärmepumpen mit Zuschüssen gefördert. Allerdings ist es für Bauherren nicht ganz einfach, die Richtlinien zu überschauen, zumal mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) noch ein drittes Element vorhanden ist. Dieses regelt die Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom ins Netz.

Nun wird in der Politik über Vereinfachungen nachgedacht. "Im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) ist vorgesehen, das EEWärmeG mit der EnEV abzugleichen", heißt es dazu beim Bundeswirtschaftsministerium. "Geprüft werden Überschneidungen an Schnittstellen und Vereinfachungsmöglichkeiten, insbesondere mit dem Ziel einer verbesserten Integration der erneuerbaren Energien in die Wärmeversorgung von Gebäuden. Die Möglichkeit, das EEWärmeG und die EnEV zusammenzulegen, wird überprüft."

Auch die Konferenz der Landesbauministerien ist davon überzeugt, dass "eine Neukonzeption von Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz notwendig ist". Allerdings laufen die Verhandlungen nur schleppend an.

Die Länder drängen auf raschere Fortschritte und haben auf einer Sonderkonferenz Mitte April Bundesbauministerin Barbara Hendricks aufgefordert, "dass umgehend die von ihr zugesagte Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft einberufen wird, um gemeinsame Modelle zur strukturellen Neukonzeption zu erarbeiten", meldet das Ministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt eine Zusammenlegung der Regelungen, fordert aber eine Ausweitung von Anforderungen auf den Gebäudebestand.

Orientieren könnten sich die Experten am Land Bremen. Dort wird bereits seit 2011 die Einhaltung von EnEV und Wärmegesetz gemeinsam überprüft. Wesentliches Element des Verfahrens ist dort, dass bei zu errichtenden Gebäuden von den Bauherren ein Sachverständiger für energiesparendes Bauen beauftragt werden muss.


Redaktion: Magdalena Lindner