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Erneuerbare Energie auf dem Vormarsch

Die Energiewende wird mitgetragen vom Einsatz erneuerbarer Energien durch private Bauherren. Neue Zahlen belegen, dass die bessere staatliche Förderung besonders bei Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und Stromspeichern greift.

Solarenergie

Erneuerbare Energie: Aktuellen Zahlen zufolge sehr gefragt.

(München, 22.06.2016) Der Trend geht Richtung erneuerbare Energie: Nach Jahren der Krise ist zum Beispiel die Solarwärme wieder auf dem Vormarsch. Wie aus der jüngsten Kollektorabsatzstatistik des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) und des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervorgeht, wurden von November 2015 bis März 2016 rund sieben Prozent mehr Solarkollektoren verkauft als ein Jahr zuvor. Insgesamt seien Ende 2015 in Deutschland 2,1 Millionen Solarwärmeanlagen installiert gewesen.

Damit solarthermische Anlagen tatsächlich einen großen Teil der Energie für Heizung und Warmwasserbereitung decken können, müssen sie gut eingestellt sein. "Doch viele Anlagen verschenken Potenzial", bemängelt die Energieberatung der Verbraucherzentrale. "Die Folge: Sie sparen weniger Heizkosten als möglich." Deshalb bieten die Verbraucherschützer einen "Solarwärme-Check" an. Ein unabhängiger Energieberater analysiert auf Grundlage verschiedener Messungen die solarthermische Anlage vor Ort. Liegt der Deckungsgrad im Sommer bei 100 Prozent? Sind Speicher und Kollektoren richtig dimensioniert? Sind Solaranlage und Heizkessel optimal aufeinander abgestimmt? Diesen und anderen Fragen geht der Energieberater nach. Nach Abschluss der Prüfungen erhalten Verbraucher einen Kurzbericht mit Empfehlungen für eine Optimierung der Solarthermieanlage. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sind für den Check nur 40 Euro zu zahlen. "Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist der Solarwärme-Check kostenlos", so die Verbraucherzentrale.

Auch sonst liegt erneuerbare Energie im Trend. So sind Wärmepumpen laut BDH in Deutschland sehr gefragt. Im ersten Quartal 2016 habe die Wärmepumpentechnologie ein deutliches Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. "Insgesamt wurden im ersten Quartal bereits rund 15.000 Geräte abgesetzt", meldet der Verband. Vor allem die Sole-Wasser-Wärmepumpe hätten sich mit einem Plus von 22 Prozent deutlich erholt. Luft-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen haben mit jeweils zwölf Prozent zugelegt.

Ursächlich für den Trend pro Wärmepumpen ist für den BDH vor allem die verbesserte staatliche Förderung. Das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für erdgebundene Wärmepumpen sei deutlich aufgestockt worden und biete Förderbeträge von bis zu 9.500 Euro. Außerdem würden besonders effiziente Wärmepumpen auch im Neubau gefördert. "Im Rahmen des neuen Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) wurden die Fördersätze im MAP zu Jahresbeginn um 20 Prozent angehoben", lobt der BDH. "Zusätzlich wird ein einmaliger Bonus von 600 Euro gewährt. Voraussetzung hierfür ist der Austausch einer besonders ineffizienten Anlage und die Optimierung der gesamten Heizungsanlage."

Auch Solarstrom wird von der öffentlichen Hand gefördert. Der Schwerpunkt liegt nun aber auf der Speicherung. Das KfW-Programm 275 "Erneuerbare Energien - Speicher" wurde erst im Frühjahr 2016 neu aufgelegt. Jetzt hat auch der Freistaat Sachsen nachgezogen und sein Speicher-Förderprogramm verlängert: "Speicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Sie flankieren den Ausbau der erneuerbaren Energien, stützen die Netze und werden stetig günstiger", erklärte hierzu der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig. Die Förderquote beträgt für Standardanlagen bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten (maximal 20.000 Euro pro Vorhaben).


Redaktion: Magdalena Lindner