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Europavergleich: Deutsche Wohnungen eher günstig

Deutsche Wohnungen sind im europäischen Vergleich eher zu günstig als zu teuer, so eine Studie von Deutsche Bank Research. Bei den Wohnungspreisen für 200 europäische Städte aus über 30 Ländern liegen deutsche Metropolen im Mittelfeld.

Berlin - Hauspreise

Wohnungen in Berlin: Im internationalen Vergleich eher preiswert.

(München, 16.11.2015) In London und Paris werden derzeit europaweit die höchsten Quadratmeterpreise mit 12.000 und 7.900 Euro bezahlt. München liegt als teuerste deutsche Stadt mit einem Quadratmeterpreis von fast 4.800 Euro an 15. Stelle. Hamburg, Stuttgart und Frankfurt folgen mit Preisen zwischen rund 2.800 bis 3.400 Euro auf den Plätzen 27, 40 und 51, so Deutsche Bank Research. In ihrer neuen Studie wurden nur Wohnungspreise außerhalb der Innenstadt berücksichtigt, um Sonderfaktoren, etwa durch den Tourismus, auszuschließen.

Im europäischen Vergleich sind deutsche Städte keineswegs teuer, die meisten untersuchten Metropolen und mittelgroßen Städte wie Berlin, Nürnberg, Freiburg, Karlsruhe oder Köln liegen mit Preisen von 2.000 bis 2.500 Euro im europäischen Mittelfeld. Ein ähnliches Preisniveau gebe es auch in Irland, Italien, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden. In Portugal und in Osteuropa liegen die Durchschnittspreise bei rund 1.000 Euro, in der Spitze bei bis zu 1.500 Euro. Das teuerste Land Europas ist dagegen die Schweiz, mit Quadratmeterpreisen bis zu 9.000 Euro, gefolgt von Schweden und Norwegen mit bis zu 5.000 Euro.

Insgesamt zogen die deutschen Wohnungspreise von 2009 bis heute um mehr als 30 Prozent an, so die Studie. Die Mieten stiegen in dem Zeitraum dagegen nur halb so stark. Wohnungskäufe zur Eigennutzung und zur Vermögensbildung bleiben nach Einschätzung von Deutsche Bank Research weiter attraktiv. Die Studie rechnet mit weiter steigenden Preisen durch den hohen Nachfrageüberhang, eine fällige Marktkorrektur werde vermutlich erst in einigen Jahren erfolgen.

Laut der Studie hat sich die Vergabe von Baufinanzierungen beziehungsweise Immobilienkrediten an Haushalte in Deutschland zuletzt sehr dynamisch gezeigt. Das Niedrigzinsumfeld wird als ein möglicher Grund genannt.


Redaktion: Franziska Buß