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Forward-Darlehen bringt Kalkulationssicherheit

Forwarddarlehen bieten die Möglichkeit, sich die aktuellen Zinsen sozusagen auf Vorrat zu sichern. Für Darlehensnehmer stellt sich dabei die Frage, in welcher Situation der Abschluss eines Forward-Darlehens in Erwägung gezogen werden sollte.

Auf Deutsch bedeutet der Begriff „Forward-Darlehen“ so viel wie „Darlehen im Voraus“ und beschreibt damit den wichtigsten Unterschied zum herkömmlichen Baudarlehen. Wer ein klassisches Baudarlehen abschließt, erhält dafür den Zinssatz, der am Tag des Abschlusses maßgebend ist. Bei der Auszahlung akzeptieren die Banken zumeist eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten, wenn der Darlehensnehmer das Geld erst nach einiger Zeit benötigt. Wird das Darlehen jedoch über diese Kulanzfrist hinaus nicht abgerufen, kostet jeder weitere Monat Wartezeit eine Gebühr, die in der Fachsprache als Bereitstellungszins bezeichnet wird. Insbesondere bei der Anschlussfinanzierung nach dem Auslaufen der Zinsbindungsfrist ist es somit wenig attraktiv, sich aktuell niedrige Zinsen mit dem Abschluss eines herkömmlichen Baudarlehens für mehr als sechs Monate im Voraus zu sichern.

Forward-Darlehen sind mit höheren Zinsen verbunden

Hier kommt nun das Forward-Darlehen ins Spiel, das dem Darlehensnehmer auch die längerfristige Sicherung des aktuellen Zinsniveaus ermöglicht. Der Kunde bestimmt beim Abschluss des Forward-Darlehens, zu welchem Zeitpunkt er das Darlehen in Anspruch nehmen will, und bezahlt dies mit einem Zinsaufschlag, dessen Höhe vom Zeitpunkt der Auszahlung abhängt. Auch die Marktlage beeinflusst den Zinsaufschlag: Je mehr Marktteilnehmer mit steigenden Zinsen rechnen, umso teurer wird das Festzurren der aktuellen Konditionen. Je nach Zinserwartung am Markt liegen die Aufschläge pro Monat Aufschub zumeist zwischen 0,01 und 0,05 Prozentpunkten. Möglich ist die Sicherung der Zinsen bis zu fünf Jahre im Voraus.

Beim Abschluss eines Forward-Darlehens sollten sich Kreditnehmer darüber im Klaren sein, dass das Forward-Darlehen nicht eine unverbindliche Option, sondern eine verbindliche Verpflichtung darstellt. Wer ein Forwarddarlehen unterschreibt, muss zum gegebenen Zeitpunkt den Kredit auch in Anspruch nehmen. Damit ist das Forward-Darlehen für Bauherren, die ihren exakten Investitionsbedarf noch nicht kennen, nicht geeignet. Ideal ist der Kredit auf Vorrat hingegen für Darlehensnehmer, deren Zinsbindung in den nächsten drei Jahren ausläuft und die sich gegen einen gewissen Aufpreis langfristige Kalkulationssicherheit erkaufen wollen.

Interhyp AG, 17.02.2011