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Geld sparen oder ausgeben?

Sparen die Deutschen trotz Zinsflaute unverdrossen weiter oder geben sie das Geld lieber aus? Zwei aktuelle Umfragen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Umfragen sind sich uneinig: Einerseits sparen die Deutschen trotz des Zinstiefs, andererseits scheinen sie in Kauflaune zu sein.

Umfragen sind sich uneinig: Einerseits sparen die Deutschen trotz des Zinstiefs, andererseits scheinen sie in Kauflaune zu sein.

(München, 22.05.2017) Trotz niedriger Zinsen bleiben die Deutschen sparsam. "Die Mehrheit der Bundesbürger spart ihr Geld lieber, als es auszugeben", erklärt die Norisbank auf Basis einer aktuellen Umfrage. Seit der letzten Befragung sei "die Zahl derer, die aus ihrer Sicht viel ausgegeben haben, von 50 Prozent in 2014 auf 35 Prozent im Jahr 2016 zurückgegangen". Im Jahr 2014 hätten fast 26 Prozent der Deutschen größere Anschaffungen wie Haus-, Wohnungs- oder Autokäufe getätigt, 2016 nur noch knapp 21 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben ebenfalls an, gezielt sparen zu wollen.

Eine Erhebung der comdirect-Bank kommt zu einem anderen Ergebnis. "Aktuell haben die meisten Bundesbürger keine Lust zu sparen", sagt die comdirect-Bank auf Grundlage des eigenen Spar- und Anlageindexes. "Die Deutschen bleiben in Kauflaune." Im Schnitt habe jeder Bundesbürger im Februar 2017 rund 108 Euro zurückgelegt.

Angesichts der niedrigen Sparzinsen wäre zu erwarten, dass sich deutsche Sparer nach alternativen Sparformen umschauen. Stattdessen haben sie ihr Geld vermehrt auf dem Girokonto, wie die Marktforschung Kantar TNS im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen bei einer Befragung von mehr als 2.000 Bundesbürgern herausgefunden hat. "Den deutlichsten Rückgang von 48 auf 42 Prozent im Vergleich zu 2016 verzeichnete dabei das Sparbuch", erklärt der Verband. "Platz drei belegt unverändert der Bausparvertrag mit 34 Prozent – nach zuvor 35 Prozent." Dass Immobilien hinter Renten- und Kapitallebensversicherungen nur auf Platz fünf rangierten, führen die Marktforscher unter anderem auf "die preislichen Übertreibungen in Ballungsräumen" zurück.

Und wo leben die sparsamsten Deutschen - natürlich in Baden-Württemberg. Mit 41 Prozent meint das zumindest ein Großteil der Bundesbürger, wie die comdirect-Bank ermittelt hat. Die Schwaben und Badener selbst sind mit 62 Prozent noch viel mehr davon überzeugt, in der Sparerhochburg Deutschlands zu leben. Die Bewohner anderer Regionen sind nicht so sehr von der eigenen Sparneigung überzeugt. Maximal zehn Prozent der Menschen aus den neuen Bundesländern halten sich für die sparsamsten Deutschen. "Schlusslicht in der Umfrage bildet jedoch Bremen", sagt comdirect. "Nur ein Prozent der Befragten sehen die Bewohner der Hansestadt in Sachen Sparen vorn."


Redaktion: Joachim Hoffmann / Sharon Schießler