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Grunderwerbsteuer: Einnahmen so hoch wie nie zuvor

Einige Bundesländer haben in jüngster Vergangenheit die Grunderwerbsteuer teils drastisch erhöht. Daraus resultieren nun zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.

München


(München, 16.09.2015) Die Bundesländer nehmen so viel Geld aus der Grunderwerbsteuer ein wie nie zuvor. Das berichtet der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Demzufolge sind den Ländern, die ausschließliche Nutznießer der Grunderwerbsteuer sind, aus dieser Steuerart im ersten Halbjahr 2015 rund 5,3 Milliarden Euro zugeflossen. Prognostiziert wird für das Gesamtjahr 2015 ein Steueraufkommen von zehn Milliarden Euro - das ist fast doppelt so viel wie vor fünf Jahren.

Grund für die immer kräftiger sprudelnden Steuereinnahmen ist, dass einige Bundesländer in jüngster Vergangenheit die Steuersätze teils drastisch erhöht haben. Bis Ende 2006 lag der Steuersatz in allen Bundesländern bei einheitlichen 3,5 Prozent. Anfang 2007 setzte das Land Berlin mit einer Anhebung der Grunderwerbsteuer auf 4,5 Prozent die Aufwärtsspirale in Gang: Schrittweise zogen weitere Bundesländer nach und erhöhten den Steuersatz um oftmals mehr als 50 Prozent. Am höchsten ist die Steuerbelastung inzwischen für Immobilienerwerber in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland, wo 6,5 Prozent des Kaufpreises an den Fiskus abgeführt werden müssen. Nur Bayern und Sachsen haben den einstigen Steuersatz von 3,5 Prozent bis heute beibehalten.

Dass die Grunderwerbsteuer für die Länder attraktiv ist, liegt den BFW-Experten zufolge an einer Sonderregelung im Länderfinanzausgleich. Dort sei festgeschrieben, dass Mehreinnahmen aus der Grunderwerbsteuer dem jeweiligen Bundesland in voller Höhe zustehen und nicht mit anderen Ländern geteilt werden müssen. Leidtragende sind hingegen die Immobilienkäufer, die bei der Immobilienfinanzierung zusätzlich zum Kaufpreis immer mehr Geld für die Erwerbsnebenkosten einplanen müssen: In den Ländern mit hohem Steuersatz können sich Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Maklercourtage inzwischen auf mehr als 15 Prozent summieren.


Redaktion: Patrizia Difonzo