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Grunderwerbsteuer: Wie lässt sich der Immobilienerwerb erleichtern?

Änderungen bei Kaufnebenkosten wie der Grunderwerbsteuer könnten Immobilienkäufer entlasten, wie Berechnungen von Immobilienexperten zeigen.

Durch Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer könnten Immobilien erschwinglicher werden.

Grunderwerbsteuer & Co.: Durch Erleichterungen bei Erwerbsnebenkosten könnten Immobilien erschwinglicher werden.

(München, 15.05.2019) Die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Maklerprovisionen können einen Kauf zum Teil deutlich verteuern. Momentan wird viel über die Maklerprovision diskutiert. Allerdings könnten auch Änderungen bei der Grunderwerbsteuer Entlastungen bringen, wie eine Studie gezeigt hat. So ist die Grunderwerbsteuer seit der Übertragung vom Bund auf die Bundesländer in den meisten Ländern stark gestiegen. Die Spanne reicht von 3,5 Prozent (Bayern, Sachsen) bis 6,5 Prozent (Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen). Die Steuer wird daher von Experten als Hinderungsgrund für viele Haushalte angesehen, Wohneigentum zu erwerben. Die Landesbausparkassen LBS haben untersucht, wie sich Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer auf die Chancen von Immobilieninteressenten auswirken würde. Wie LBS Research bekannt gab, zeigen die Studienergebnisse, dass sich bei einem Grunderwerbsteuer-Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro - bezogen auf den Kaufpreis - gut 18.000 neue Ersterwerber Wohneigentum zulegen könnten. Das wären sechs Prozent mehr als ohne Freibetrag. Bei einem Freibetrag von 200.000 Euro würde sich laut LBS Research die Zahl der potenziellen Ersterwerberhaushalte auf 34.000 fast verdoppeln.

Freibeträge hätten aber nicht flächendeckend die gleiche Wirkung, wie LBS Research betont. Am stärksten würde sich das Potenzial an Ersterwerbern in den Ländern mit den höchsten Grunderwerbsteuersätzen und in Regionen mit niedrigem Preisniveau erhöhen – analog zum Baukindergeld, wie die Experten betonen. Sie bevorzugen statt Freibeträgen eine "Rückkehr zu einer bundesweit einheitlichen Besteuerung des Erwerbs von Grund und Boden. Ein Grunderwerbsteuersatz von zum Beispiel einheitlich 3 Prozent würde ebenfalls ein Zusatzpotenzial von 18.000 Haushalten generieren."

Das scheint jedoch noch unwahrscheinlicher als der Beschluss von Freibeträgen durch den Gesetzgeber. Bereits 2017 hatten die Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein eine entsprechende Initiative im Bundesrat gestartet. Auch die Koalitionsregierung im Bund wollte in Sachen Freibetrag aktiv werden. Getan hat sich jedoch noch nicht viel. Erst im Dezember 2018 sah sich der Freistaat Bayern deshalb veranlasst, im Bundesrat einen Antrag zu stellen, das Thema "schnellstmöglich" anzugehen. "Eine spürbare Senkung der Erwerbsnebenkosten würde den Finanzierungsaufwand des Erwerbers unmittelbar reduzieren, was eine hochwirksame Form der Wohneigentumsförderung darstellt", begründete Bayern diesen Schritt.


Redaktion: Joachim Hoffmann