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Grundstücke: Finanzielle Risiken bei Versteigerungen vermeiden

Wenn Grundstücke freiwillig versteigert werden, kann das für Interessenten eine gute Gelegenheit zum Kauf sein. Allerdings nur dann, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden. Gesetzliche Fristen schützen Verbraucher vor übereiltem Handeln.

Grundstücke sind vielerorts teurer geworden. Da interessieren sich viele für freiwillige Versteigerungen.

Grundstücke sind vielerorts teurer geworden. Da interessieren sich viele für freiwillige Versteigerungen.

(München, 07.12.2016) Wenn Grundstücke versteigert werden, haben Immobilieninteressierte die Hoffnung, ein bebaubares Stück Land zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu erstehen. "Gerade unerfahrene Bieter sind sich jedoch häufig der finanziellen Verpflichtungen nicht bewusst, die mit einem abgegebenen Angebot einhergehen", warnt die Westfälische Notarkammer und weist darauf hin, dass Teilnehmer einer Auktion "erhebliche finanzielle Risiken" eingingen. "So verpflichtet sich der Ersteigerer bereits mit seiner Unterschrift unter der Urkunde dazu, umgehend eine Bietungssicherheit zu bezahlen, die auf den Kaufpreis angerechnet wird. Zudem ist die Courtage des Auktionshauses zu entrichten."

Wer ein Grundstück ersteigert, muss einiges beachten. So machen die Experten der Notarkammer noch auf einen weiteren Fallstrick aufmerksam. "Entgegen weit verbreiteter Annahmen macht der Zuschlag des Auktionators den Höchstbietenden in der Regel noch nicht zum Eigentümer des betreffenden Grundstücks." Vielmehr muss ein Kauf durch Ersteigerung wie bei einem herkömmlichen Grundstückskauf von einem Notar beurkundet werden. Und bei Grundstücksversteigerungen ist eine Frist von zwei Wochen zwischen dem Auktionsende und der Beurkundung vorgeschrieben. "Diese Frist ist bei allen Grundstückskaufverträgen zwischen Unternehmen und Verbrauchern einzuhalten und soll Kaufinteressenten vor einem unüberlegten Grundstückserwerb schützen", erklärt die Westfälische Notarkammer.

Ein Dresdener Notar hatte in der Vergangenheit ein Geschäftsmodell daraus gemacht, Käufe bei Grundstücksauktionen sofort notariell zu beurkunden. Dem hatte der Notarsenat beim Oberlandesgericht (OLG) Dresden jedoch einen Riegel vorgeschoben. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des OLG. Ein Abweichen von der Regelfrist von zwei Wochen zwischen Ersteigerung und Beurkundung komme nur dann in Frage, "wenn im Einzelfall nachvollziehbare Gründe – auch unter Berücksichtigung der Schutzinteressen des Verbrauchers – es rechtfertigen, die dem Verbraucher zugedachte Schutzfrist zu verkürzen", begründete der BGH seine Entscheidung und stellte zusätzliche Anforderungen an einen Ausnahmefall. Denn selbst wenn ein solcher außerordentlicher Grund vorliege, "muss der vom Gesetz bezweckte Übereilungs- und Überlegungsschutz auf andere Weise als durch Einhaltung der Regelfrist gewährleistet sein".


Redaktion: Joachim Hoffmann