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Hausbau: Verzögerungen möglich

Baufirmen und Bauherren berichten von möglichen Verzögerungen beim Hausbau, weil die Corona-Krise für Engpässe bei Genehmigungen, Materiallieferungen und Personaleinsatz sorgen kann. Experten empfehlen, bei Verzug frühzeitig das Gespräch zu suchen und sich die Tür für spätere Schadenersatzforderungen offen zu halten.

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Baustellen: Ob Bauverzögerungen auftreten, ist für Bauherren schwer abschätzbar.

(München, 20.05.2020) Terminüberschreitungen beim Hausbau waren schon in Zeiten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie keine Seltenheit. Zwar zeigt sich die Baubranche im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen in der Corona-Krise vergleichsweise stabil. Dennoch läuft auf vielen Baustellen der Betrieb nicht reibungslos, berichtet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). In einer aktuellen verbandsinternen Umfrage gaben vier von fünf befragten Betrieben an, dass es im Arbeitsablauf Störungen gebe.

Schon beim Genehmigungsverfahren kann es unangenehme Überraschungen für Bauherren geben. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) meldet, dass zwei Drittel der Fertighaushersteller in ihrer Arbeit durch schleppende Genehmigungsverfahren behindert werden, weil offenbar viele Baubehörden organisatorisch mit der neuen Situation überlastet sind. "Vielerorts ziehen sich Genehmigungsverfahren zum Nachteil des Bauherrn und des Hausherstellers in die Länge", sagt BDF-Präsident Hans-Volker Noller.

Ob und in welchem Umfang auf der Baustelle Verzögerungen auftreten, ist für Bauherren im voraus schwer abschätzbar. Nicht nur der Ausfall wichtiger Mitarbeiter wegen Infektion oder Quarantäne kann den Terminplan beeinträchtigen. Auch bei der Beschaffung von Materialien aus dem Ausland wie beispielsweise Fliesen aus Italien oder Haustechnik-Komponenten aus Fernost treten derzeit oft Schwierigkeiten auf. So berichten 43 Prozent der Teilnehmer der ZDB-Umfrage von Engpässen bei der Materiallieferung.

Wenn es zu Verzögerungen kommt, sollten Bauherren Ruhe bewahren und gemeinsam mit dem Baupartner eine Lösung suchen, empfiehlt der Bauherren-Schutzbund. Bei fehlenden Baumaterialien wie beispielsweise Fliesen könne es sinnvoll sein, auf ähnliche Produkte auszuweichen, die am Lager vorrätig sind. Grundsätzlich raten die Experten des Bauherren-Schutzbundes dazu, bei durch Corona bedingten Verzögerungen wie bei herkömmlichem Terminverzug vorzugehen und dem säumigen Auftragnehmer eine Frist zur Fertigstellung zu setzen. Damit halte sich der Bauherr die Möglichkeit offen, nach dem Ende der Corona-Krise einen eventuellen Verzugsschaden geltend zu machen, wenn die Terminüberschreitung nicht durch höhere Gewalt verursacht worden sei.


Redaktion: Thomas Hammer

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