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Hauskauf: Besichtigung mit kritischem Blick hilft Fallen vermeiden

Wer beim Hauskauf mit einer gebrauchten Immobilie liebäugelt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er im Gegensatz zum Neubau nach dem Kauf keine Mängel geltend machen kann. Nur wenn der Vorbesitzer arglistig Bauschäden verschwiegen hat, muss er dafür nach dem Eigentumsübergang haften. Ansonsten gilt beim Kauf eines älteren Hauses die Devise „Wie besichtigt, so gekauft“. Daher sollten Hauskäufer bei der Besichtigung besondere Sorgfalt walten lassen und die nachfolgenden Bereiche besonders genau unter die Lupe nehmen.

  • Kellerräume. Ein feuchter Keller ist immer ein Alarmsignal, denn aufsteigende Feuchtigkeit kann in den darüber liegenden Wohnräumen Schimmelbildung verursachen. Abhilfe kann oft nur mit einer Drainage geschaffen werden, die mit großem Aufwand rund ums Haus verlegt werden muss.
  • Haustechnik und Installationen. Wenn Heizkessel und Warmwasserboiler älter als 10 Jahre sind, dauert es nicht mehr lang, bis eine Neuanschaffung erforderlich ist. Auch die Wasser- und Heizungsrohre sowie die Elektroinstallation sollte – bei Bedarf unter Zuhilfenahme eines Fachmanns – auf ihren Zustand geprüft werden. Bei einer Neuinstallation ist es meist erforderlich, in großem Stil Wände aufzustemmen.
  • Fenster und Außentüren. Hier ist zu prüfen, ob die Isolation dem heutigen Stand der Technik entspricht. Ungedämmte Außentüren und nicht isolierverglaste Fenster verursachen hohe Wärmeverluste, die den Eigentümer im Lauf der Zeit teuer zu stehen kommen.
  • Außenwände der Wohnräume. Im Wohnbereich sollten die Außenwände auf Schimmel überprüft werden. Ob die Ursache dafür falsches Lüftungsverhalten oder ein Bauschaden ist, sollte im Zweifel ein Bauexperte feststellen.
  • Geschossdecken. Insbesondere bei Altbauten mit Balkendecken gilt ein kritischer Blick der Decke zwischen den einzelnen Stockwerken. Wenn diese durchhängt, können die Balken morsch sein und müssten dann mit hohem Aufwand ausgetauscht werden. Auch sollte schon bei der Besichtigung ermittelt werden, ob die Trittschalldämmung ausreicht.
  • Zuschnitt der Wohnräume. Je mehr Wände versetzt werden müssen, damit das Haus dem Bedarf des neuen Eigentümers gerecht wird, umso teurer wird die Renovierung.
  • Wand- und Bodenbeläge. Wer ein älteres Haus kauft, muss in aller Regel die Wand- und Bodenbeläge erneuern. Hierfür sollte ein entsprechendes Budget in die Baufinanzierung eingeplant werden.
  • Fassade und Dach. Wenn die Fassade oder das Dach zu erneuern sind, wird es für den Hauskäufer richtig teuer. Entsprechend kritisch sollte der Blick auf diese Bereiche ausfallen.
  • Außenanlagen. Nicht zu vernachlässigen sind Reparaturen an veralteten Außenanlagen, indem beispielsweise bröcklige Stützmauern oder marode Zufahrtswege erneuert werden müssen.

Auf jeden Fall sollte die Besichtigung ohne Zeitdruck und bei hellem Tageslicht durchgeführt werden. Bei älteren Häusern ist es ratsam, vor der endgültigen Kaufentscheidung die Knackpunkte nochmals zusammen mit einem versierten Handwerker zu überprüfen. Auf dieser Basis kann dann beim Hauskauf ein realistisches Renovierungsbudget in die Baufinanzierung mit einkalkuliert werden.

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Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 23.11.2011