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Hauskauf: Grunderwerbsteuer steigt und steigt

Seit die Länder die Grunderwerbsteuer selbst festsetzen dürfen, hat sich die Steuerbelastung beim Hauskauf für viele Erwerber fast verdoppelt. Weitere Erhöhungen sind bereits in Planung.

Hauskauf: Grunderwerbsteuer schlägt zu

Das eigene Heim ist für viele attraktiv. Aber beim Hauskauf muss auch an die Grunderwerbsteuer gedacht werden.

(München, 03.06.2016) Mit der Föderalismusreform bekamen im Jahr 2006 die Bundesländer das Recht, die Grunderwerbsteuer beim Immobilienkauf in Eigenregie festzusetzen. Seitdem wurde kräftig an der Steuerschraube gedreht: Insgesamt 26 Mal haben die Landesregierungen den Steuersatz beim Kauf einer Immobilie angehoben, berichtet der in Marburg ansässige Immobilienentwickler Estador, der die Entwicklung der Grunderwerbsteuer in den einzelnen Bundesländern analysiert hat. In mittlerweile vier Bundesländern - Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein - ist der Steuersatz von einstmals 3,5 Prozent auf 6,5 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Ende 2011 lag der höchste Satz bei der Grunderwerbsteuer noch bei 5 Prozent.

Die nächste Erhöhung ist bereits beschlossene Sache: Am 18. Dezember des vergangenen Jahres sprach sich der Landtag in Thüringen dafür aus, die Grunderwerbsteuer ab Januar 2017 auf 6,5 Prozent anzuheben. Begründet wird dieser Schritt damit, dass ohne die Mehreinnahmen aus der Steuererhöhung ein ausgeglichener Landeshaushalt für das Jahr 2017 gefährdet sei.

Derzeit noch offen ist die Entwicklung in Baden-Württemberg, wo der aktuelle Steuersatz bei 5 Prozent liegt. Zwar enthält der Koalitionsvertrag der vor kurzem gewählten grün-schwarzen Landesregierung keinen konkreten Passus zur Grunderwerbsteuer. Doch zuletzt kursierten in der regionalen Presse Berichte über angebliche Absprachen innerhalb der Koalition, in denen eine Anhebung des Steuersatzes in Erwägung gezogen wird. Es gebe keine konkreten Pläne, gleichwohl sei die Grunderwerbsteuer wie vieles andere auch noch in der Diskussion, sagte die baden-württembergische Finanzministerin Edith Sitzmann dazu in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten".

Die Kaufnebenkosten können - mit Notar- und Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer und möglicher Maklergebühren - bis zu rund 16 Prozent ausmachen.


Redaktion: Franziska Buß