News

Heizung: Öl und Gas auf dem Vormarsch

Bei den neu installierten Heizungen ist der Marktanteil umweltfreundlicher Technologien wie Wärmepumpen, Pelletkessel und Solaranlagen rückläufig. Öl- und Gasheizungen werden vermehrt installiert. Das zeigen die aktuellen Marktzahlen des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie.

Heizung

(München, 08.10.2015) Noch nicht lange ist es her, dass die Energiewende ausgerufen und bei der Heizungstechnik der Umstieg auf erneuerbare Energieträger propagiert wurde. Doch wenn sich die aktuellen Markttrends des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie (BDH) fortsetzen sollten, könnte sich die Hinwendung zu umweltfreundlichen Heizungstechniken als Strohfeuer entpuppen. Denn: Das stärkste Wachstum bei der Neuinstallation von Heizungsanlagen verzeichnen laut BDH fossile Öl- und Gasheizungen, wie das Branchenportal Enbausa berichtet.

Von Januar bis August 2015 wurden bundesweit 52.000 Ölheizungen verkauft, das sind 30 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. BDH-Präsident Manfred Greis führt dies vor allem darauf zurück, dass immer mehr alte Ölheizungskessel reparaturanfällig und dann mit Blick auf die besseren Verbrauchswerte moderner Heizkessel ausgetauscht werden. Dazu komme der niedrige Ölpreis, der einen Wechsel des Energieträgers in finanzieller Hinsicht derzeit wenig attraktiv mache.

Bei Gasheizungen erhöhte sich die Zahl der Neuinstallationen um rund 5,5 Prozent auf 328.000 Geräte. Damit liegt der prozentuale Zuwachs deutlich niedriger als bei Ölheizungen - allerdings kommen auf einen verkauften Ölkessel sechs neue Gasheizungen. Damit bleibt trotz der geringeren Wachstumsrate die Gasheizung der Favorit von Bauherren und Hauseigentümern.

Herbe Einbußen mussten hingegen die Heizungssysteme verbuchen, die auf erneuerbare Energieträger setzen. So verringerte sich die Zahl der neu installierten Pellet-Zentralheizungen um fast ein Fünftel auf nur noch 8.000 Stück. Bei thermischen Solaranlagen sank die neu installierte Kollektorfläche um 13 Prozent auf 539.500 Quadratmeter, und auch bei Wärmepumpen war die Zahl der neu eingebauten Geräte um fünf Prozent rückläufig. Entsprechend zurückhaltend ist damit auch die Marktprognose des BDH: Die Experten gehen davon aus, dass in diesem Jahr nur noch in 19 Prozent der Heizungsinvestitionen erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen.

Die Bundesregierung fördert den Einsatz von erneuerbaren Energien fürs Heizen über die Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Laut BAFA-Förderampel stehen aktuell noch genügend Mittel für die Förderung zur Verfügung. Für den Einbau von Heizungssystemen kann auch ein Kredit genutzt werden. Günstige Kredite und Fördermittel stellen neben der BAFA die KfW-Förderbank und zum Teil auch Bundesländer oder Kommunen zur Verfügung.


Redaktion: Britta Barlage