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Hochhäuser erwünscht - aber nicht in der Nachbarschaft

Eine aktuelle Studie zeigt: Angesichts knapper werdender Wohnflächen befürworten immer mehr Bundesbürger den Bau von Wohnhochhäusern in Großstädten und Ballungsgebieten - allerdings nicht in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.

Hochhäuser sind erwünscht, aber nicht in der Nachbarschaft

(München, 13.10.2015) Wohnhochhäuser galten lange Zeit als städtebauliche Sündenfälle, die aus der Beton-Baukultur der sechziger und siebziger Jahre resultieren. Doch mit den zunehmend knapper werdenden bebaubaren Flächen in Großstädten und Ballungsgebieten rückt die Überlegung wieder in den Mittelpunkt, ob der Neubau von Wohnhochhäusern Akzeptanz in der Bevölkerung finden könnte. Um das herauszufinden, haben die Immobilienunternehmen Sition Property Marketing und OC&C Strategy Consultants die Studie "Wohnhochhaus Deutschland" initiiert. Befragt wurden mehr als 2.000 Menschen, die repräsentativ ausgewählt worden waren.

Auf die Frage, ob in den nächsten Jahren mehr Wohnhochhäuser gebaut werden sollten, antwortete die Mehrheit der Teilnehmer, dass sie diesem Aspekt zumindest "eher positiv" gegenüberstehen. Gut ein Viertel findet dieses Vorhaben sogar positiv oder sehr positiv. Zurückhaltender zeigten sich die Befragten hingegen bei der Überlegung, ob sie selbst bereit wären, in ein Wohnhochhaus zu ziehen. Doch immerhin jeder Fünfte würde gerne künftig in einem Wohnhochhaus leben.

Wenn es um die Gründe für die Befürwortung neuer Hochhäuser geht, wird die Sorge der Bundesbürger nach bezahlbarem Wohnraum in Städten greifbar. Mehr als ein Drittel sieht in der aktuellen Wohnungsknappheit ein Argument für den Bau von Wohntürmen. Knapp 22 Prozent erhoffen sich, dass auf diese Weise neuer Wohnraum zu günstigen Kauf- oder Mietpreisen entstehen kann.

Bei der Wahl des bevorzugten Standortes liegt die Lage in der Innenstadt mit einer Zustimmungsquote von 44,8 Prozent klar vor dem Stadtrand (33,4 Prozent) oder den Vorstädten (28,1 Prozent). Allerdings zeigen sich trotz der grundsätzlich positiven Haltung gegenüber neuen Hochhäusern immer noch Vorbehalte, wenn es um konkrete Bauvorhaben in der unmittelbaren Nähe der eigenen Wohnung geht: Nur jeder sechste würde es gut oder gar sehr gut finden, wenn ein Hochhausprojekt in der unmittelbaren Nachbarschaft realisiert werden würde, während sich vier von zehn Befragten keinen Wohnturm in der direkten Umgebung wünschen.


Redaktion: Patrizia Difonzo