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Hohe Großstadt-Immobilienpreise: Familien ziehen aufs Land

Wegen hoher Kauf- und Mietpreise verlassen laut einer IW-Studie immer mehr Familien die Großstädte und ziehen ins Umland. Der abgelegene ländliche Raum kann von der Stadtflucht jedoch bislang kaum profitieren.

Durch die hohen Immobilienpreise in den Städten zieht es viele Menschen inzwischen in ländlichere RegionDurch die hohen Immobilienpreise in den Städten zieht es viele Menschen in ländlichere Regionen.

Durch die hohen Immobilienpreise in den Städten zieht es viele Menschen inzwischen in ländlichere Regionen.

(München, 15.05.2019) Trotz hoher Miet- und Kaufpreise für Wohnungen konnten die deutschen Metropolen in den vergangenen Jahren einen Einwohnerzuwachs vorweisen. Allerdings seien für das Wachstum nur einzelne Bevölkerungsgruppen verantwortlich, schreibt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Kurzstudie.

"Die Wanderungsstatistik zeigt, dass dieses Wachstum von der Zuwanderung aus dem Ausland und dem Zuzug junger Bevölkerungsgruppen aus dem Inland getragen wird", heißt es in der IW-Studie. Betrachte man hingegen ausschließlich inländische Einwohner, dann verzeichnen nur 14 von 71 Großstädten einen positiven Wanderungssaldo. Vor allem Familien sind nach Beobachtung der IW-Analysten immer weniger bereit, die hohen Wohnkosten in den Großstädten zu tragen. Dass zum Beispiel Studenten und junge Arbeitnehmer die Großstadt weiterhin attraktiv finden, liegt offenbar auch an der höheren Kompromissbereitschaft bei der Wohnraumgröße.

Den Trend zur Abwanderung ins Umland bestätigt Henning Göbel, Vorstandssprecher der BHW Bausparkasse. "Vor allem Familien, Paare über 50 oder Selbstständige kehren der Großstadt bereits jetzt den Rücken und ziehen aufs Land", bestätigt Göbel. Gründe hierfür seien die Nähe zur Natur und die günstigeren Preise für Wohnungen und Grundstücke.

Allerdings profitieren vor allem Gemeinden im direkten Umland der Großstädte von der Stadtflucht. Die IW-Studie warnt, dass noch immer viele abgelegene ländliche Kreise unter Abwanderung leiden. BHW-Chef Göbel fordert daher von Bund und Ländern verstärkte Anstrengungen bei der Förderung des ländlichen Raums: "Der öffentliche Personennahverkehr, ärztliche Versorgung oder Breitbandausbau - das alles können vor allem kleinere Orte nicht ohne Unterstützung von Land und Bund schaffen."

Redaktion: Thomas Hammer