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Hypothekendarlehen: Vergleich der Zinsbindungen lohnt sich

Beim Hypothekendarlehen-Vergleich steht in aller Regel der Zins im Vordergrund. Wer ist der günstigste Anbieter und bei welcher Bank ist mit den niedrigsten Gesamtkosten zu rechnen? Das sind die Fragen, um die sich meist alles beim Hypothekendarlehen-Vergleich dreht. Doch dieses Vorgehen birgt auch eine gewisse Gefahr: Wer sich einseitig auf den Zins als Vergleichsfaktor konzentriert, verliert möglicherweise andere wichtige Aspekte aus dem Blickfeld.

So ist es ratsam, beim Vergleich der Hypothekendarlehen auch die Frage nach der sinnvollen Zinsbindungsfrist ins Kalkül zu ziehen. Je nach der Höhe des verfügbaren Einkommens und der Gestaltung weiterer Lebensumstände kann es hier zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Wie man die Zinsbindungsfrist beim Hypothekendarlehen vergleicht

Bei kurzer Zinsbindungsfrist sind Hypothekendarlehen vergleichsweise billig. Ähnlich wie bei der Geldanlage ist auch hier der Zins umso niedriger, je kürzer sich der Kunde an eine feste Verzinsung binden will. Allerdings wird der günstige Zins mit einem erheblichen Risiko erkauft: Weil bei kurzer Festzins-Laufzeit am Ende der Zinsbindungsfrist nur ein kleiner Teil des Darlehens getilgt ist, können sich die Kosten bei einem Anstieg der Marktzinsen drastisch verteuern.

Langlaufende Hypothekendarlehen sind im Vergleich zur kurzfristigen Variante mit deutlich weniger Risiko behaftet. So kann nach Ablauf von zehn Jahren je nach Höhe der anfänglichen Tilgung schon ein Drittel der ursprünglichen Restschuld oder sogar noch mehr zurückgezahlt sein. Allerdings sind bei langfristiger Zinsbindung die Kosten des Hypothekendarlehens vergleichsweise hoch: Die Zinsaufschläge werden mit zunehmender Bindungsdauer höher.

Ob sich ein langfristiges Hypothekendarlehen im Vergleich zur Kurzfrist-Variante eher lohnt oder nicht, hängt in hohem Maße auch von der Höhe der anfänglichen Tilgung ab. Wer beispielsweise von Beginn an jährlich fünf Prozent des Darlehens zurückzahlt, hat nach fünf Jahren schon mehr als ein Viertel des Darlehens getilgt – und somit das Zinserhöhungsrisiko deutlich reduziert. Bei einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent dauert es hingegen mehr als zehn Jahre, bis derselbe Tilgungsstand erreicht ist.

Redaktion: Britta Barlage

Interhyp AG, 06.05.2011