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Immer mehr Immobilieneigentümer in Ostdeutschland

Noch ist die Quote an Wohnungs- und Hauseigentümern in Ostdeutschland deutlich niedriger als im Westen. Doch eine aktuelle Marktanalyse zeigt: Vor allem in den jüngeren Bevölkerungsgruppen schrumpft der Abstand.

Erfurt: Immer mehr Menschen in Ostdeutschland werden Immobilieneigentümer

(München, 10.05.2016) Kaum ein Überbleibsel des Sozialismus hielt sich im Osten Deutschlands so hartnäckig wie die niedrige Quote an Eigenheimbesitzern. Der noch aus DDR-Zeiten resultierende hohe Anteil an Mieterhaushalten bildete noch lange Zeit nach der Wende einen starken Kontrast zur Wohnsituation im Westen, wo traditionell für viele Bürger der Erwerb eines Eigenheims zu den wichtigen Lebenszielen gehört.

In einer aktuellen Analyse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes kommen die LBS-Bausparkassen nun zu dem Schluss, dass der Osten mittlerweile beim Wohneigentum deutlich aufholt. Zwar liege in der Gesamtbetrachtung die Eigentümerquote mit 36 Prozent im Osten noch weit unter derjenigen in Westdeutschland, wo 46 Prozent der Haushalte zum selbstgenutzten Wohneigentum zählen. Doch in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen sei der Abstand zwischen Ost und West beim Wohneigentum weitaus geringer, berichten die LBS-Analysten.

Bei den 40- bis 50-Jährigen liegt der Anteil an Wohnungs- und Hauseigentümern in Ostdeutschland lediglich um 7 Prozentpunkte niedriger als im Westen, bei den 30- bis 39-Jährigen beträgt die Differenz sogar nur noch 4 Prozentpunkte. Die Betrachtung dieser Altersgruppe sei wichtig, weil in dieser Lebensphase meist die langfristige Entscheidung für oder gegen die eigenen vier Wände getroffen werde, so die LBS-Experten. Am weitesten klafft die Schere bei den über 70-Jährigen auseinander, die offenbar in weiten Teilen auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands ihre Wohngewohnheiten nicht mehr geändert haben.

Mit der Kaufbereitschaft der Bundesbürger im Osten sind auch vielerorts die Preise für das Immobilieneigentum gestiegen. So meldet das Immobilienportal Immowelt in einer aktuellen Marktanalyse, dass in 15 von 22 untersuchten Städten in Ostdeutschland die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser stärker gestiegen sind als die Inflationsrate. So etwa in Dresden, wo sich in den vergangenen fünf Jahren die Immobilienpreise um 49 Prozent erhöht haben, während die allgemeine Teuerung aufgrund der Inflation nur 6,9 Prozent betrug. Spitzenreiter in Ostdeutschland ist Berlin mit einem Fünfjahres-Preisanstieg von durchschnittlich 88 Prozent.


Redaktion: Franziska Buß