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Immobilien: Bauherren finanzieren weiterhin sehr solide

Trotz der steigenden Bau- und Immobilienpreise weisen die Baufinanzierungen privater Bauherren weiterhin eine grundsolide und sicherheitsorientierte Struktur auf. Zu diesem Ergebnis kommen zwei aktuelle Marktanalysen.

Bei der Baufinanzierung ihrer Immobilien setzen viele Bauherren trotz steigender Preise nach wie vor auf Sicherheit.

Bei der Baufinanzierung ihrer Immobilien setzen viele Bauherren trotz steigender Preise nach wie vor auf Sicherheit.

(München, 22.11.2017) Die Preise für Immobilien und Bauvorhaben steigen seit Jahren kontinuierlich. Dennoch erkennt der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) in seiner aktuellen Erhebung "Strukturen der Wohneigentumsfinanzierung" keine erhöhten Risiken bei den Baufinanzierungen privater Bauherren. "Die Finanzierung von Wohneigentum in Deutschland ist seit jeher konservativ geprägt. Dies hat erfreulicherweise auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld Bestand", sagt vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. "Tilgung und Zinsbindung sind erneut gestiegen, das heißt, den Deutschen ist bewusst, dass Rahmenbedingungen sich ändern können. Sie setzen daher weiter auf Planungssicherheit und eine schnelle Entschuldung der Immobilie." Die Studie des vdp kann "keine gestiegene Risikoneigung der Käufer erkennen". Das stellt der Verband an zwei Kenngrößen fest: Zum einen habe die durchschnittliche Anfangstilgung in den vergangenen zwei Jahren von 3,06 auf 3,23 Prozent zugenommen. Zum anderen bevorzugten inzwischen fast zwei von drei Bauherren Zinsbindungen von mehr als zehn Jahren - 2015 waren es noch 47 Prozent.

Die Preise für Immobilien sind nach Angaben des vdp in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen der Privathaushalte. "War 2015 das 6,1-fache des Jahresnettoeinkommens für den Eigenheimerwerb notwendig, stieg der Aufwand 2017 auf das 6,3-fache", erklärt der Verband. "Bei selbstgenutzten Eigentumswohnungen stieg der Wert vom 5,5- auf das 6,0-fache des Einkommens und damit etwas deutlicher." Gleichzeitig seien die Zinsen für Wohnungsbaukredite seit einiger Zeit nicht mehr gesunken. Daher sei der Anteil des Netto-Haushaltseinkommens, der für Zins und Tilgung des Darlehens aufgewendet werden muss, leicht gestiegen, bewege sich aber trotzdem noch unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

Die Ergebnisse der vdp-Studie decken sich mit den Erkenntnissen einer Marktanalyse der Interhyp Gruppe. "Ganz gleich, ob man auf den Eigenkapitaleinsatz, die Tilgung oder auch die Zinsbindung schaut: Alle unsere Paramater belegen, dass es in Deutschland keine Tendenz zu riskanteren Finanzierungsstrukturen gibt", sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe. Zwar seien zwischen 2010 und dem ersten Halbjahr 2017 die durchschnittlichen Kreditsummen für die Erstfinanzierung von knapp 186.000 Euro auf gut 250.000 Euro gestiegen. Gleichzeitig steuerten die privaten Bauherren aktuell mit knapp 94.000 Euro aber auch deutlich mehr Eigenkapital bei (2010: 78.400 Euro). Erstfinanzierer wählen zudem immer öfter langfristige Zinsbindungen und bauen immer schneller Schulden ab. Die durchschnittliche Zinsbindung bei der Erstfinanzierung erhöhte sich laut Interhyp Gruppe von 12,1 auf 13,4 Jahre, die anfängliche Tilgung von 2,29 Prozent auf 2,99 Prozent. Über das Gesamtgeschäft mit Erst- und Anschlussfinanzierungen liege die aktuelle jährliche Tilgung derzeit im Schnitt sogar bei 3,58 Prozent.


Redaktion: Joachim Hoffmann