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Immobilien: Baupreise stark gestiegen

Der Anstieg der Preise für Immobilien setzt sich fort: Zuletzt haben sich die Preise für Bauleistungen so stark verteuert wie seit neun Jahren nicht mehr – das meldet das Statistische Bundesamt. Experten machen dafür verschärfte Anforderungen bei der Energieeffizienz mitverantwortlich.

Erhöhte Baupreise lassen auch die Kaufpreise von Immobilien weiter steigen.

Erhöhte Baupreise lassen auch die Kaufpreise von Immobilien weiter steigen.

(München, 16.10.2017) Die Kaufpreise von Immobilien bewegen sich weiter aufwärts: In jüngster Vergangenheit sind nicht nur die Baulandpreise, sondern auch die Preise für Bauleistungen angestiegen. Eine aktuelle Untersuchung des Statistischen Bundesamts weist für August 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat einen durchschnittlichen Preisanstieg beim Bauen von 3,1 Prozent aus. Das ist der höchste Anstieg seit August 2008 – damals wurde ein Zuwachs von 3,3 Prozent beobachtet.

Eine besonders starke Aufwärtsbewegung gab es bei Kosten für Erdarbeiten. Diese sind innerhalb eines Jahres um 4,6 Prozent gestiegen. Die Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen von Immobilien haben sich um durchschnittlich 4,2 Prozent und Wärmedämmungs-Verbundsysteme um 4,0 Prozent verteuert.

Allerdings sind nach Ansicht von Experten nicht nur teurere Handwerker- und Materialkosten für den Kostenanstieg bei der Errichtung von Immobilien verantwortlich. Laut einem gemeinsamen Gutachten von norddeutschen Immobilienverbänden sorgt die stetige Verschärfung energetischer Standards für eine Aufwärtsbewegung der Baukosten.

"Das Gutachten weist eindeutig nach, dass höhere energetische Standards die Baukosten nach oben treiben", sagt Andreas Breitner, Direktor beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Axel Wittlinger vom Immobilienverband IVD Nord macht darauf aufmerksam, dass bei höheren energetischen Standards die Verteuerung der Baukosten auf lange Sicht nicht von den Einsparungen bei den Heizkosten aufgefangen werden kann. Der Endenergieverbrauch bei höheren Energieeffizienzstandards gehe deutlich unterproportional zu den gestiegenen Baukosten zurück. Um künftig bezahlbares Wohnen sowie Möglichkeiten beim Kauf von Immobilien sicherzustellen, fordern die norddeutschen Verbände wirtschaftlich vertretbare Energieeffizienzstandards, die eine Optimierung des finanziellen Aufwands beim Bauen ermöglichen.


Redaktion: Thomas Hammer