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Immobilien: Deutschland beim Bau nur im europäischen Mittelfeld

Eine aktuelle LBS-Studie zeigt: Trotz guter Baukonjunktur entstehen hierzulande weniger Neubauten als in vielen anderen europäischen Ländern. Immobilienprofis fordern staatliche Hilfen für Bauherren.

Eine Studie der LBS bestätigt: Noch immer wird in Deutschland zu wenig gebaut.

Eine Studie der LBS bestätigt: Noch immer wird in Deutschland zu wenig gebaut.

(München, 04.09.2017) Zwar wird seit 2010 in Deutschland mehr gebaut, doch beim Neubau von Wohnungen gibt es Nachholbedarf, insbesondere im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Das ergibt eine aktuelle Studie der Researchabteilung der Landesbausparkassen (LBS).

2016 wurden 3,2 Wohnungen pro 1.000 Einwohner fertiggestellt. Damit liege Deutschland lediglich im Mittelfeld von insgesamt 19 untersuchten europäischen Ländern, berichten die Autoren der Studie. Im gleichen Zeitraum wurden in Frankreich pro 1.000 Einwohner 5,3 Wohnungen und in der Schweiz sogar 6,4 Wohnungen fertiggestellt. Nur in Spanien und Portugal wird noch weniger gebaut. Die Quote beträgt weniger als eine neu gebaute Wohnung pro 1.000 Einwohner.

Dass so wenig neue Immobilien gebaut werden, liegt laut den Analysten der LBS an staatlichen Hemmnissen, die den Wohnungsneubau bremsen. Dazu gehören unter anderem zahlreiche Vorschriften und strenge Auflagen beim Neubau. Ein weiteres Problem: Es dauert zu lange, bis neue Baugebiete ausgewiesen werden. Als positives Beispiel nennt die LBS Schweden. Dort wurden Genehmigungsverfahren beschleunigt und regionale Auflagen reduziert. Dadurch erwarten Experten, dass deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt werden.

Auch dass sich der Staat aus der privaten Wohnungsbauförderung zurückgezogen hat, wird angesichts stark gestiegener Preise als Bremse für die Baukonjunktur gesehen – nicht nur von LBS Research. Immobilienmakler und Bauträger sehen das ebenfalls so. Sie hatten an einer Umfrage des Immobilienportals Immowelt teilgenommen. Vier von fünf befragten Immobilienexperten sind der Ansicht, dass selbstgenutztes Wohneigentum stärker als bisher vom Staat gefördert werden sollte. Drei Viertel der Immowelt-Umfrageteilnehmer fordern, dass die Grunderwerbsteuer gesenkt wird. 60 Prozent befürworten lockerere Bauvorschriften, damit schneller und kostengünstiger gebaut werden kann.


Redaktion: Thomas Hammer / Julia Meyer