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Immobilien: Experten empfehlen mehr Wohngeld und Dachaufstockung

In einer aktuellen Studie empfiehlt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter anderem den Abbau von bürokratischen Hemmnissen bei Dachaufstockungen, um die Not an Immobilien in Ballungsräumen zu lindern.

Zusätzlicher Wohnraum in bestehenden Immobilien kann laut Experten unter anderem durch weniger Bürokratie geschaffen werden.

Zusätzlicher Wohnraum in bestehenden Immobilien kann laut Experten unter anderem durch weniger Bürokratie geschaffen werden.

(München, 03.11.2017) Steigende Mieten und Kaufpreise von Immobilien in Großstädten und Ballungsräumen bereiten immer mehr Mietern und Wohnungskäufern Sorgen. In einer aktuellen Studie hat sich das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit der Frage befasst, welche Maßnahmen zu einer Entspannung der Immobilienmärkte in Ballungsräumen beitragen könnten.

Als wenig hilfreich betrachten die IW-Immobilienexperten die Mietpreisbremse, die ihrer Ansicht nach dazu führt, dass Eigentümer privater Immobilien aus der Vermietung aussteigen. Eine Ausweitung der Bautätigkeit und die Erschließung neuer Stadtviertel sei zwar zielführend, benötige jedoch viel Vorlaufzeit, sodass kurzfristige Maßnahmen erforderlich seien.

Zur Entlastung von Mietern – vor allem in den unteren Einkommensbereichen – empfiehlt das IW eine Erhöhung des Wohngeldes und eine Ausweitung der kommunalen Aktivitäten beim Kauf von Belegungsrechten im Bestand, etwa in Kooperation mit Wohnungsgesellschaften.

Um die Zahl der Wohnungen im Bestand zu erhöhen, fordern die Autoren der IW-Studie den Abbau bürokratischer Hemmnisse bei der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in bestehenden Immobilien. Als Beispiele werden Aufstockungen und der Bau von Einliegerwohnungen genannt.

Bundesweit könnten durch Aufstockung von geeigneten Gebäuden rund 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Pestel-Instituts in Hannover zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt. Bei der Auswahl der Immobilien seien sowohl der Denkmalschutz als auch der Erhalt des Stadtbildes berücksichtigt worden, betont Prof. Dr. Karsten Tichelmann, Professor von der TU Darmstadt. Als Vorteil der Aufstockung sehen die Studienautoren die Tatsache, dass kein neues Bauland benötigt wird und keine zusätzliche Grünflächenversiegelung stattfindet.


Redaktion: Thomas Hammer