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Immobilien: Experten sehen keine flächendeckende Blasengefahr

Steigende Kaufpreise für Immobilien, aber allenfalls regionale Risiken der Blasenbildung: Trotz hoher Immobilienpreise zeigen sich Immobilienexperten weiterhin wenig beunruhigt. Hierzulande könnte der Boom sogar seinen Höhepunkt erreicht haben.

Immobilien: Experten sehen keine flächendeckende Blasengefahr

Immobilien: Laut aktueller Studien keine flächendeckende Blasengefahr

(München, 10.11.2017) Immer wieder haben in jüngster Vergangenheit Analysten angesichts stark steigender Preise für Immobilien auf die Gefahr einer Blasenbildung am Immobilienmarkt hingewiesen. Doch flächendeckende Gefahren werden derzeit von den Experten nicht gesehen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann äußerte sich zur Entwicklung an den deutschen Immobilienmärkten und betonte: "Für eine Blase, bei der die Immobilienhausse mit einer überschwänglichen Kreditvergabe und lockereren Kreditstandards der Banken einherginge, sehe ich keine Anzeichen."

Auch für die Schweiz sieht die Großbank UBS am Markt für Immobilien derzeit eher rückläufige Risiken. Der quartalsweise ermittelte UBS-Immobilienblasenindex sei im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal leicht von 1,41 auf 1,38 Indexpunkte gesunken, berichtet die Bank. Für Entspannung sorgten zuletzt ein nachlassendes Wachstum bei der Aufnahme von Immobilienkrediten sowie leicht sinkende Kaufpreise für Wohnhäuser und Eigentumswohnungen.

Allenfalls regional begrenzte Übertreibungen beobachtet das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW, das die Entwicklung der Kaufpreise für Immobilien in den 127 größten Städten Deutschlands untersucht hat. Ebenso wie die Bundesbank stellt auch das DIW kein spekulatives Investorenverhalten fest, das typischerweise dem Platzen einer Immobilienblase vorausgeht. Mittelfristig gehe das DIW von einem Abflauen der Immobilienpreise in Deutschland aus, meint DIW-Ökonom Konstantin Kholodilin: "Jeder Boom auf dem Immobilienmarkt kommt einmal zum Ende."

Als deutsche Großstadt mit den stärksten Preisübertreibungen sieht die UBS derzeit München, das im UBS-Immobilienblasenindex als riskanter eingestuft wird als europäische Metropolen wie London oder Paris. Mit deutlichem Abstand folgt Frankfurt, wo die UBS-Analysten zwar eine Überbewertung der Immobilien, jedoch kein Risiko für die Bildung einer Preisblase sehen.


Redaktion: Thomas Hammer