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Immobilien kaufen und mieten: Mangel am Markt bleibt bestehen

Hausbau muss stärker gefördert werden – das betonen verschiedenste Verbände. Besonders Ballungsgebiete benötigen nach wie vor mehr Wohnraum, damit mehr Interessenten Immobilien kaufen und mieten können.

Der Markt zum Immobilien kaufen und mieten ist nach wie vor knapp.

Der Markt für das Mieten und Kaufen Immobilien ist nach wie vor knapp.

(München, 18.09.2017) Der Bundesverband der privaten Bausparkassen sieht ein aufkommendes Ungleichgewicht zwischen Mietwohnungen und Eigenheimerwerb: "Mit mehr Mietwohnungen alleine lösen wir nicht die Probleme auf dem Wohnungsmarkt. Wir brauchen vor allem auch stärkere Impulse für die Wohneigentumsbildung", erklärt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Andreas J. Zehnder. Die "galoppierenden Immobilienpreise in den Ballungsräumen" machen den Traum vom Kaufen eigener Immobilien für viele unerreichbar – besonders junge Familien leiden darunter, so Zehnder.

Die Politik ist laut dem Verband verantwortlich für die sinkenden Genehmigungszahlen. Das Kaufen von Immobilien sei bekanntlich die einzige Form der Altersvorsorge, die man schon in jüngeren Jahren angehen könne. Zehnder verweist außerdem darauf, dass "jeder Umzug in ein neues Eigenheim in der Regel eine Mietwohnung frei macht, die kleiner, älter und preiswerter ist." Neue Eigenheime hätten "über die von ihnen indirekt ausgelösten Umzugsketten kaum geringere soziale Effekte als der soziale Mietwohnungsbau".

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft IW Köln sieht die Notwendigkeit eines beschleunigten Hausbaus: "Insgesamt braucht Deutschland demnach von 2015 bis 2020 im Jahresdurchschnitt gut 385.000 neue Wohnungen", so die IW-Experten. Besonders in München und Berlin sei ein erhöhter Bedarf erkennbar.

Der Deutsche Mieterbund gibt einen Bedarf von 400.000 neuen Wohnungen jährlich an. Im Unterschied zu den privaten Bausparkassen setzt der Mieterbund den Akzent weniger auf das Kaufen von Immobilien: "Vor allem bezahlbare Mietwohnungen fehlen, 200.000 müssten jährlich fertiggestellt werden, davon 80.000 Sozialmietwohnungen." Im vergangenen Jahr seien jedoch "nur 278.000 Wohnungen, davon 53.000 Mietwohnungen und davon wiederum 24.450 Sozialmietwohnungen" gebaut worden.


Redaktion: Joachim Hoffmann