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Immobilien: Keine Blase am Markt erkennbar

In manchen Großstädten gibt es zwar Preisübertreibungen, eine "Blase" ist jedoch nicht erkennbar.

Trotz steigender Immobilienpreise sehen Experten keine "Immobilienblase".

Trotz steigender Immobilienpreise sehen Experten keine "Immobilienblase".

(München, 22.08.2017) Im Rahmen der aktuellen Studie "Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017", untersuchten Prof. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und Prof. Tobias Just von der Universität Regensburg die Preisentwicklung von Immobilien. Den Auftrag dafür hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) vergeben. Seit 2010 seien die Preise von Immobilien stark gestiegen – besonders in den Großstädten: "Eine spekulative Blase ist allerdings nach wie vor unwahrscheinlich, da die Preisentwicklung gut erklärbar ist und sich das Finanzierungsverhalten kaum verändert hat." Allerdings müssen die derzeit günstigen Rahmenbedingungen von Zinsen, Beschäftigung und Bevölkerungswachstum beachtet werden. Marktkorrekturen seien bei diesen Faktoren in den nächsten Jahren wahrscheinlich.

Vor allem neue Kredite hätten dafür gesorgt, dass "das gesamte Wohnungsbaukreditvolumen im Jahr 2016 um knapp vier Prozent und damit deutlich stärker als in den Jahren zuvor gestiegen" sei. In einem langjährigen Vergleich seien diese Zahlen jedoch nicht besorgniserregend.

Auch die Deutsche Bundesbank sieht aktuell noch keine Gefahr einer Blase am Immobilienmarkt, beobachtet die Entwicklung aber. Andreas Dombret, Mitglied des Bundesbank-Vorstands, ist der Meinung, die Ampel stehe auf gelb: "Erstens sind die Preise in den Städten, insbesondere den Großstädten, zu einem guten Teil Übertreibungen. Zweitens nimmt die Kreditvergabe zu und stützt sich dabei nicht zuletzt auf das Niedrigzinsumfeld." Außerdem seien die Vergabestandards für Baukredite "noch nicht erkennbar aufgeweicht, aber es gibt Frühwarnindikatoren, die auf eine erhöhte Risikoannahme der Kreditinstitute hindeuten. All dies veranlasst mich, dem Wohnimmobilienmarkt in Deutschland große Aufmerksamkeit zu schenken."

Hauptursache für den Preisanstieg seien fehlende Wohnungen: "Was wir deshalb brauchen, ist eine Senkung der Grunderwerbsteuer durch die Länder auf ein bundesweites, investitionsfreundliches Niveau von 3,5 Prozent", fordert der BID-Vorsitzende Andreas Ibel. Zudem müssen Kommunen die Baulandvergabe und das Planungsrecht beschleunigen und vereinfachen, ebenso wie die Verfahren im Planungsrecht.


Redaktion: Joachim Hoffmann