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Immobilien: Notarielle Urkunden jetzt auch digital

Dank eines neuen Gesetzes können Notare jetzt notarielle Urkunden im Elektronischen Urkundenarchiv digital speichern.

Wer eine Immobilie kauft, muss künftig weniger Zeit für die Prozesse mit dem Notar einplanen.

Wer eine Immobilie kauft, muss künftig weniger Zeit für die Prozesse mit dem Notar einplanen.

(München, 14.07.2017) Die Bundesnotarkammer verspricht mit dem neuen Gesetz deutlich beschleunigte Vorgänge, von denen auch Interessenten von Immobilien profitieren. "Die Digitalisierung ermöglicht, dass sämtliche Notarurkunden von Gerichten, Ämtern, Banken und anderen Stellen sofort elektronisch verwendet werden können", heißt es dazu in einer Mitteilung. "Statt zeit- und ressourcenaufwendigem Archivieren und Einscannen von Papierdokumenten können digitale Urkunden direkt in elektronischen Aktensystemen weiterverarbeitet werden. Das beschleunigt den Verarbeitungsprozess der Dokumente und entlastet die Justiz." Damit der Übergang zum digitalisierten Urkundenwesen reibungslos abläuft, richtet die Bundesnotarkammer in den nächsten vier Jahren Schritt für Schritt das Elektronische Urkundenarchiv ein. Hier werden die Notardokumente für 100 Jahre gespeichert.

Die Notarkammer erklärt außerdem, dass die elektronische notarielle Urkunde "die gleiche Beweiskraft wie das Papierdokument" hat. Anlass zu Angst vor Datenmissbrauch bestehe nicht, versichert die Kammer. Um Datensicherheit zu gewährleisten, "unterliegt die Digitalisierung und Speicherung besonderen gesetzlichen Anforderungen." Alle Dokumente können nur vom Notar entschlüsselt werden.

Die Digitalisierung betrifft nicht nur notarielle Beurkundungen. Auch ein Großteil der Rechts- und Verwaltungsvorgänge kann inzwischen elektronisch abgewickelt werden: Das Justizwesen hat in allen Bundesländern den "Elektronischen Rechtsverkehr" eingeführt und die elektronische Einsicht ins Grundbuch ist ebenfalls keine Seltenheit mehr. Als Nächstes möchten die Notarkammern das Elektronische Urkundenarchiv mit den elektronischen Aktensystemen der Justiz verknüpfen: "Gesellschaftsgründungen und Grundstücksgeschäfte könnten dann noch schneller abgewickelt werden", erklärt die Kammer.


Redaktion: Joachim Hoffmann